Műemlék-helyreállítások tegnap, ma, holnap (A 27. Egri Nyári Egyetem előadásai 1997 Eger, 1997)

Előadások - Gerhard GLASER: Der Wiederaufbau der Frauenkirche als Denkmalpflegerische Aufgabe

wollen wir nicht offen halten. Der Wiederaufbau bedeutet Versöhnung. In der Zerstörung Geschehenes zu akzeptieren, z. B. an der Bekrönung des Nordwesttreppenturmes, das herabgestürzte Gesimsstück vor dem Westportal evtl. liegen zu lassen, den Altar vielleicht nicht gänzlich zu erneuern - darübe rwird weiter zu beraten sein. Das ist auch eine denkmalpflegerische Frage. Der Bau, 45 m im Quadrat im Grundriß messend, bei ein äußeren Kuppeldruchmesser vor 27 m und einer Höhe von 95 m einschließlich des Kreuzes so groß gar nicht, erscheint als monumentaler Solitär im Stadtgefüge, die Kuppel, „von Grund aus bis oben gleichsam nur ein einzigen Stein" - wie sie George Bahr gegenüber dem Rate beschrieb - wie über der Stadt schwebend. Natürlich ist diese künstlerische Gestalt des Bauwerkes ein wesentlicher Denkmalwert. Ihn zurückzugewinnen in seiner städtebaulichen Wirkung, in seiner plastischen Qualität, auch im Detail, in seinem einzigartigen Werksteingefüge, ist nunmehr denkmal­pflegerische Aufgabe, nachdem öffentliches Bewußtsein sein Wiedererstehen bewirkt hat. Die Architektur­gestalt aber ist unterannbar vom Wesen ihrer Konstruktion. Schauen wir uns den Bau des Ratszimmer­meisters an. Wir sehen ein konkav anlaufendes Mansarddach mit hohen Gaupen, wie sie das Haus am Neumarkt links vor der Kirche auch zeigt. Über einem kräftig ausgebildeten Gesims erhebt sich das Oberdach, zur Kuppel geratend, wiederum mit Gaupen besetzt wie die benachbarten Oberdächcr auch. Die Streckung der Kuppel erfordert regelrecht die untere zusätzliche Reihe der Gaupen. Aus diesem Urbild heraus hat Bahr wohl Gestalt und Konstruktion entwickelt und, theoretische Kenntnisse aus anderen Kuppelbauten nutzend, in disem Sinne auch die Kräfte abgeleitet über die Säulen und die Spieramen zugleich. Ein technisches Denk­mal ganz eigener Art, dessen Kuppelkonstruktion ohne gesonderte Bedachung nirgendwo ein Vorbild hat. Diese konstruktive Gestalt der Nachwelt in ihrem grundsätzlichen Geiste wieder zu vermitteln, ist auch eine denkmalpflegerische Aufgabe. Die Kuppel konstruktiv als Glocke aufzufassen, wie es Professor Günte Humpe tut, wäre ahistorisch. George Bahr hat so nicht gedacht. Der Begriff „Steinerne Glocke" kommt erst nach der Wende zu unserem Jahrhundert aus neoromantischem Gefühl heraus auf. Otto Walcha hat ihn mit seinem historischen Roman zu George Bahr und dessen Werk „Die steinerne Glocke" weit verbreitet. Die Kuppel konstruktiv gänzlich anders aufzufassen oder in anderem Material, z. B. Stahlbeton, auszuführen, wäre gegen den Geist des Baues, gegen das denkmalpflegerische Anliegen, gegen das technische Denkmal. Technisch notwendige Verbesserungen sollten deshalb in Material und Konstruktion im ursprünglichen Geiste geschehen. Der steinerne Altar ist in großen Teilen erhalten. Alles Hölzerne aber ist bis auf einige Dielen im Altarbereich verbrannt. Es lockt, dem Inneren eine neue Gestalt zu geben, wie es 1945 lockte, eine gänzlich neue Stadt auf verbranntem Grund zu bauen. Dennoch meine ich: was wir tun, sollten wir ganz tun. Der Bau war eine Einheit im Geiste seiner Zeit, eine Einheit der Bildenden Künste, des Wortes und der Musik. Wortverkündigung, Sakrament und Musik - Tribuna, Altar und Orgel als zentrale Architekturasche im Raum als Kulmination evangelischen Kirchenbaues, darin die Bürgergemeinde versammelt, behütet vom gekuppel­ten ehernen Dach. Dieser Geist hat die Zeiten überdauert und behauptete sich noch heute, hätte man am 13. Februar 1945 nicht Stärke demonstriert. Das berühmte Wort Gottfried Sempers, dem eigenschöpferische Potenz gewiß nicht mangelte: „Wir dürfen die Vergangenheit nicht bestehlen, um die Zukunft zu belügen" sollten wier immer wieder bedenken, ehe wir Hand anlegen an einen so gebundenen Bau, der in seiner Gesamtgestalt einzigartig ist, einzigartig auch im Prozeß seines Wiedererstehens heute.

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