Magyar Műemlékvédelem 1949-1959 (Országos Műemléki Felügyelőség Kiadványai 1. Budapest, 1960)

Dercsényi Dezső: Tíz év magyar műemlékvédelme

diesem Gebiete durchgeführte Arbeit vermag nur dann einen Erfolg — wenn auch nur populärwissenschaftlichen Charakters — aufzuweisen, wenn sie auf wissenschaftli­cher Vorbereitung und Grundlage beruht. Im Laufe dieses Jahrzehnts sind mehrere Gruppen von Publikationen auf dem Gebiet der Denkmalpflege ent­standen. Zuerst sollen vielleicht die periodischen Zeit­schriften erwähnt werden. Die in erfreulicher Weise stei­gende Auflage der seit drei Jahren erscheinenden Quartal­zeitschrift »Műemlék\ edelem« (Denkmalpflege) weist dar­auf hin, daß es der Redaktion gelang, eine bewegliche, frische Zeitschrift form zu finden, für die ein weiterer Le­serkreis Interesse zeigt und welche gleichzeitig auch die Fachkreise befriedigt. Diesen' Umstand ist auch deshalb nicht zu unterschätzen, weil in der nahezu hundertjähri­gen Geschichte der ungarischen Denkmalpflege, diese die erste Zeitschrift für Denkmalpflege darstellt und auf diese Wense ihre Arbeit ohne jede- heimische Erfahrung und ohne Vorgänger begann. Vor ihrer Erscheinung kamen die auf die besonderen Aufgaben, Methoden und Ergebnisse der Denkmalpflege bezüglichen Abhandlungen in kunst­geschichtlichen Zeitschriften (»Muveszcttörtenet i Érte­sítő*) (>>Kunstgeschichtlicher Anzeiger«) zur Veröffent­lichung. An der Spitze der selbständigen Auflagen stehen die stattliehen Bände der Kunsttopographien, von denen bereits obenanstehend die Rede war. Mit ebesen parallel, zum Teil jedoch entsprechend den Methoden eler Denk­mal- und Stadtbildforschungen, erschienen bereits zahl­reiche Bände einer, das künstlerische Denkmalmaterial einzelner Städte darstellenden Serie. Die Bände, in wel­chen die Denkmäler, Kunstschätze von Sopron, Eger, Pécs, Veszprém, Debrecen, Székesfehérvár, Kőszeg, Esz­tergom, dargestellt sind und ferner die architektonische Entwicklung dieser Städte, ihre historischen und Stadt­bild liehen Werte analysierende Abhandlungen enthalten, waren trotz ihrer verhältnismäßig großen — in früheren Zeiten unvorstellbaren — Auflage kurz nach ihrem Er­scheinen vergriffen, sind oft in zweiter und dritter Auflage gedruckt worden unel manche von ihnen zählen zu biblio­graphischen Seltenheiten. In größter Auflage erscheint die Serie »Muemlekeink« (»Unsere Denkmäler«) von kleinem Format in der Preis­lage von ti Forint, die in diesem Jahre mit der 30. Num­mer zu den bestbewährten, in den weitesten Kreisen be­liebten Ausgaben gehört. Unübersichtlich ist natürlich elie Zahl eler in eleu Zeitschriften, Tages blättern veröffent­lichten Abhandlungen über Denkmäler und auch die ebenfalls ansehnlich vertretenen lokalgeschichtlichen und Fremdenverkehrsausgaben, die sich vornehmlich auf das Denkmalmaterial stützen . Nicht bloß diese Publikationen aber auch elie- Vor­tragsserien der populärwissenschaftlichen Gesellschaft, ferner die Unterkomitees der Vaterländischen Volksfront, der Rundfunk, die Television, tragen zur wissenschaftlich popularisierenden Arbeit bei und sind maßgeblich daran beteiligt, daß heute elie ganze ungarische Gesellschaft die Denkmalfrage nicht nur kennt, sondern auch ihre Lösung fordert. Diese Grundlage ist — unserer Ansicht nach ­unentbehrlich, um die Lösung der großen Aufgaben der künftigen Jahrzehnte erhoffen zu können. Wir haben versucht, die Praxis und Grundsätze der Denkmalpflege eines Jahrzehntes in großen Zügen in ver­schiedenen Abschnitten darzustellen, auf ihre Schwierig­keiten hinzuweisen und deuteten hierbei häufig auch unsere künftigen Vorstellungen an. Es wird jedoch niejht ohne- Nutzen sein, wenn wir zum Schluß noch versuchen unsere Zukunftspläne zusammenzufassen. Das auf Grunel der Erfahrungen eines Jahrzehntes geschaffene Gesetz für Bauwesen und das Landesbau­statut, bzw. deren Abschnitte bezüglich der Denkmal­pflege, enthalten — wie ersichtlich — alle diejenigen Ge­setzesverfügungen, deren Anwendung die Ausbildung der sozialistischen Denkmalpflege, ihre erfolgreiche Weiter­entwicklung ermöglichen. Die ausgestalteten und auch gesetzlich kodifizierten Denkmalkategorien versetzen uns in die Lage, die Methoden der Denkmalpflege zu verfei­nern, elas Wesentliche vom weniger Wesentlichen zu tren­nen und unsere Kräfte zu konzentrieren. Die Grundlagen für die Weiterentwicklung der Organisation sind auch ge­geben. Die Schaffung des hauptstädtischen Amtes für Denkmalpflege ist der erste Schritt zur Lösung des — zweifellos nicht dringlichsten — Problems der Dezen­tralisation. Im Ungarischen Landesamt für Denkmalpflege sind indessen elie Keime eines wissenschaftlichen Insti­tuts, eines Konstruktionsbüros enthalten. Es unterliegt keinem Zweifel, daß dieser Teilungsprozeß eintreten wird, doch wäre es schwer vorauszusagen, auf welche Weise die Konzentrierung den- in anderen Büros arbeitenden Konstrukteure, die richtige Organisierung des ausführen­den Betriebes möglich sein wird ; das Tempo und die Weise dieser Arbeitsprozesse hängt mit der Gestaltung der Denkmalkredite zusammen. Voraussichtlich wird es zu einer Konzentration der Denkmalkredite in einem Aus­maß, wie wir es in eleu- Sowjetunion sehen, bei dem Tempo der Entwicklung in Ungarn nicht so bald kommen. So müssen die auftauchenden Kreditprobleme auf der Platt­form der Gebäudebesitzer, — Benutzer und Investierer geJöst werden, unel zwar in der Weise, daß die Probleme durch entsprechende Umänderung der Instandhaltungs­und Erneuen-ungsnormen, durch planmäßigere Reparatur­arbeiten, unter Berücksichtigung des grundlegenden Prin­zips der Einschaltung des Denkmals in unser heutiges Leben, gelöst werden. In dieser Beziehung setzen wir' große Hoffnungen auf die Stadtregelungspläne bzw. auf ihre Verwirklichung. Können wir im Laufe der Planung unseren Denkmälern den ihnen gebührenden Platz sichern, so ist neben ihrer Aufrechterhaltung prinzipiell über ihren Bestandschutz hinaus aue;h für ihre Präsentierung, Wie­derherstellung gesorgt. Wir möchten die Einschaltung der gesellschaftlichen Kräfte- in diese Arbeit in bedeutendem Maße steigern, denn unserer Ansicht nach war das die Basis unserer bis­herigen Erfolge, unel auch unsere weitere Entwicklung kann sich auf keine sicherere Grundlage gründen, als daß das ganze arbeitende Volk Verständnis, Billigung und Bejahung für die Erhaltung der Denkmäler seiner Ver­gangenheit bezeugt.

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