Magyar Műemlékvédelem 1949-1959 (Országos Műemléki Felügyelőség Kiadványai 1. Budapest, 1960)

Dercsényi Dezső: Tíz év magyar műemlékvédelme

der Konservierung, eventuell bei der Wiederherstellung und Ergänzung der Ruinen im höchstem Maße in Erschei­nung treten. Hier sei der andere maßgebende Gesichts­punkt der ungarischen Denkmalpflege erwähnt werden, wonach diese Arbeit im Interesse der Gemeinschaft aus­geführt wird und auch alle Konsequenzen dieser Tatsache auf sich nimmt. Für grundfalsch und was noch mehr bedeutet, für vergeblich würden wir unsere Arbeit erachten, sollte ihr Ergebnis lediglich der Erbauung und Ergötzung einiger auserwählter Sachkundigen dienen. Nicht nur die künst­lerische Schönheit des vollständig wiederhergestellten Ge­bäudes, die entsprechend geschützten Burgwälle oder die konservierte Ruine, aber auch ein einziges Steinfragment hat dem Publikum manches zu sagen, man muß es nur sprechen lassen, es in solch einen Zusammenhang brin­gen, daß die Darstellung auch dem Laien verständlich ist und ein Erlebnis bedeutet. Wir denken, daß dieses Bestreben nicht im Widerspruch mit dem über die wis­senschaftliche Gründlichkeit, Authentizität Gesagten stehe, im Gegenteil, sie ergänzen, kontrollieren, ontwik­keln einander dialektisch. Es unterliegt keinem Zweifel, daß die Darstellung nur dann wahrlich erlebniaserregend, gedankenerweckend, belehrend sein kann, wenn sie auf völligster wissenschaftlicher Grundlage aufgebaut wird, die historische Authentizität weitgehend berücksichtigt und deren Wahrung anstrebt. Hier kommt der Ergän­zung aus fremden Material eine wichtige Rolle zu, usw. Als Beispiel möchten wir die Konservierungsarbeiten der Ausgrabungen in Visegrád erwähnen, obwohl die Ent­wicklung der in den letzten Jahrzehnten angewandten Ergänzungsmethoden (Ziegel, Kunststein, usw.) bei einer sich so lang hinziehenden Arbeit erwiesen hat, daß die Anwendung eines einheitlichen Prinzips nicht möglich sei. In dieser Beziehung haben wir noch viel zu schaffen. Die Verteilung unserer Kredite erlaubt es uns nicht, daß wir neben der Sicherung des Denkmalbestandes auch für Mittel und Lösungen sorgen könnton, die eine bedeu­tende ästhetische Wirkung auszulösen imstande wären. Außer der Regelung der Umgebung werden wir die durch die Gärtnerei gegebenen Umrahmungs- und Hilfsmittel in gesteigertem Maße beanspruchen und auch anwenden, deren günstige Auswirkungen auch vom Gesichtspunkt der Bestandessicherung (z. B. Wasserentziehung) zu er­hoffen sind. Die Methoden der architektonischen Wiederherstel­lungen waren mit Rücksicht auf das quantitative Über­gewicht der Arbeiten natürlicherweise Gegenstand einer eingehenderen Diskussion, als die Restauration der Wand­gemälde oder Bildsäulen. Ein Teil des zu den beiden Kunstarten gehörenden Denkmalmaterials wurde im Laufe des zweiten Weltkrieges schwor beschädigt. Die kirchlichen Wandgemälde haben außer den Bombardie­rungen, auch durch die Einnässung der provisorisch un­bedeckt gebliebenen Kirchen, die Statuen auf den öffent­lichen Plätzen über die Kriegsoperationen hinaus, durch das Ausfrieren des Steinmaterials, ferner durch die Wit­terungsschädigungen gelitten. Der Verfall des Materials (vor allem des Holzes) machte gleichfalls die dringliche Wiederherstellung einiger Altäre notwendig. In den Fragen der Wandgemälderestaurierung hiel­ten wir von Anfang an die von den italienischen Restau­ratoren entwickelten Prinzipien für richtig, die bei uns Maurer Pelliccioli und seine Mitarbeiter auch in der Praxis mit vollem Erfolg angewandt hatten (Kapelle Esztergom, Ják, Sümeg). Auch der Wandgemälderestaurator ist ver­pflichtet, seine Arbeit mit wissenschaftlicher Gründlich­keit freizulegen, zu sichern und zu dokumentieren und durch die Begrenzung der Ergänzungen auf ein Minimum, einen einheitlichen, bildhaften Effekt zu gewährleisten. Trotz der Prinzipienreinheit hatte die praktische Anwen­dung —- besonders in der ersten Hälfte des Dezenniums — keinen vollen Erfolg, wogegen es uns gelang, in den letz­ten Jahren die Arbeit erheblich zu verbessern. Das Haupt­problem bestand — außer den zur Verfügung stehenden Kredite — in erster Linie im Mangel an Fachleuten und in der Schwierigkeit ihrer Fortbildung. Die Wandgemäl­derestaurierung kann, obgleich ihr Unterricht an der Hochschule für Bildende Künste im Lehrfach erfolgt, auf autochthone Art nicht erfolgreich weiterentwickelt wer­den. Nur in der allerletzten Zeit sind ausländische Stu­dienreisen vereinzelt eingeleitet worden, obgleich die Fort­bildung der Restauratoren lediglich im Wege von länge­ren und mit praktischer Arbeit verknüpften ausländischen Studienreisen gelöst werden kann. Schwierigkeiten dieser Art ergeben sich im Zusam­menhang mit der Restaurierung von Plastikdenkmälern. Die Konservierung der Steinplastik ist ein Problem, das in technischer Hinsicht nicht nur in Ungarn, sondern auch im Ausland noch nicht gelöst ist. Die Praxis nach der das Steinbild oder die Steinplastik mit beschädigter Oberfläche von ihren Plätzen entfernt, in einem Museum untergebracht und durch eine Kopie ersetzt worden, läßt sich bloß als eine Notlösung betrachten und geht mit der Gefahr einher, daß sie das Gebäude aller seiner ur­sprünglichen künstlerischen Details beraubt. Bleibt sie aber an Ort und Stelle, so kann dies die völlige Zerstö­rung der Plastik zur Folge haben. Auf diesem Gebiet ist es die Aufgabe der Zukunft, die ausländischen Erfahrun­gen, ihre Anwendung, unter Berücksichtigung unseres eigenen Steinmaterials und unserer Witterungsverhält­nisse, in größerem Ausmaß zu übernehmen. Dieser Fragenkomplex enthält jedoch auch einen solchen Teil, bei dem wir über hervorragende, schöne Ergebnisse, über einen entschiedenen Fortschritt Rechen­schaft ablegen können. Wir denken an die Sammlung und Präsentierung des mittelalterlichen Steinmaterials. Die Reste der ornamentalen Skulptur unserer zugrundegegan­genen mittelalterlichen Architektur sind mitunter bloß vereinzelte Säulenkapitelle, einige romanische verzierte Gesimse, ein paar gotische Rippen oder Schlußsteine, die letzten Zeugen eines Denkmales. In Pécs, Székesfehérvár, Esztergom oder Ják verkünden massenhaft erhaltene Plastiken die ehemalige künstlerische Erscheinung des völlig vernichteten oder umgebauten, zuweilen stilgemäß restaurierten Denkmals. Ausgehend von dem weiter oben erwähnten Grundsatz, wonach wir uns nicht mit der wis­senschaftlichen Inventarisierung und Systematisierung dieser Fragmente begnügen dürfen, sondern auch dafür sorgen müssen, dem Publikum eine Möglichkeit zur Be­sichtigung zu geben, haben wir in Pécs, Esztergom, Szom­bathely (für das Steinmaterial aus Ják), Tata (die Plasti­ken der Abtei von Vértesszent kereszt), Kaposvár (die Steine aus Somogyvár), Lapidarien ins Leben gerufen, und darüber hinaus ständige Ausstellungen in den Museen errichtet, wo die wenigen Steinplastiken als integrieren­der Teil eingebaut werden konnten. Obgleich diese Auf­gabe anscheinend viel mehr in den Wirkungsbereich der Museumsausstellungen, als in den der Denkmal])!'lege- ge­hört, kam sie infolge der spezialen Aufgaben im Rahmen unserer Arbeit zur Verwirklichung. Zum Schluß unserer Übersicht möchten wir noch ein Gebiet berühren, auf welchem wir, dank der großzügigen Unterstützung der Partei und der Regierung, eine erfolg­reiche Arbeit durchführen konnten. Wir denken dabei an die auf die Denkmäler bezügliche wissenschaftliche und populärwissenschaftliche Fachliteratur. Auch in bezug auf dieses Gebiet ist unsere, weiter oben exponierte grundle­gende denkmalpflegerische Anschauung maßgebend. We­der die wissenschaftliche, noch weniger die populärwissen­schaftliche Arbeit können getrennt von einander durch­geführt werden. Die in einen Elfenbeinturm sich ein­schließende wissenschaftliche Arbeit ist zweck- und sinn­los, wir wollen doch durch die Ergebnisse der Wissen­schaft die bessere Erkenntnis unseres Denkmalmaterials und dadurch seinen Schutz erzielen. Wir sind darüber im klaren, daß die Denkmalpflege, allein auf behördlicher Linie und im Wege der finanziellen Fragen, ohne gesell­schaftliche Unterstützung der breitesten Schichten, sich nicht zufriedenstellend verwirklichen läßt. Sollen die hi­storischen und künstlerischen Denkmäler der Vergangen­heit des arbeitenden ungarischen Volkes erfolgreich ge­schützt werden, so ist die aktive Mitwirkung der Werk­tätigen selbst, nicht zu entbehren. Ohne sie und gegen sie bleibt diese Frage ungelöst und wenn diejenigen, für die die Denkmäler errichtet wurden, nicht bereit sind sie zu schützen, pflegen und zu lieben, so stehen wir einer vergeblichen Sisyphusarbeit gegenüber. Auch unsere auf

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