Dr. Tóth Sándor (szerk.): A Bakonyi Természettudományi Múzeum Közleményei 7. (Zirc, 1988)
DR. TÓTH SÁNDOR: Beiträge zur Kenntnis der Raupenfliegen Parasiten ungarischer Schmetterlinge (Diptera : Tachinidae) II.
Hyloicus piiiastri L. Imagines dieser Art fliegen in don Monaten Juni und Juli. Sie legen ihre Eier auf die Nadelblätter von verschiedenen Pinus-Arten. Die Raupen verzehren während deB ganzen Sommers die Nadelblätter, sie verpuppen sich am Ende September oder im Oktober, und zwar in dem Boden. Im Urkiefernwald bei Fenyőfő fand ioh am 31.08.1985 an einem Kiefer /Pinus silvesteris/ 4 Raupen dieser Art, die dann im Laboratorium gehalten wurden. Am Ende September verpuppten sich die von mir gesammelten Raupen, und im Mai nächstfolgenden Jahres /1986/ schlüpften aus drei Puppen die Imagines heraus. Aus einer der Puppen sohlüpften noch wahrscheinlich im Herbst Tachiniden-Larven , die sich später verpuppt hatten. Aus der einen Tonnenpuppe schlüpfte am 14-04.198b ein einziges Exemplar der Art Phryxe erythrostoma HART.: Sämtliche andere Tonnenpuppen haben 3ich, leider, eingetrocknet oder waren ans anderem Grunde zugrunde gegangen. Die Taohiniden-Arl Phryxe erythrostoma /HARTIG, 1838/ gehört zu den selteneren seiner Sippschaft. Nach HERTING /1984/ bewohnt sie Europa, und zwar nech dem Norden bis Nord-Polen /Pomorze/ und Schweden /Uppland/ sowie auch Sibirien /Novosibirks/. Nach MIHÁLYI /1986/ wurde die Art in der näohsten Umgebung von Ungarn in dar Slowakei gesammelt. In Ungarn wurde die Art bisher nooh nicht gefangen, so dass das Exemplar, 4as aus der bei Fenyőfő gesemmelten Raupe gezäohtet wurde, unsere Taohiniden^Fauna mit einer neuen Art bereiohert hatte. HERTING /1960/ erwähnt die Art nur ganz kurz. Phryxe erythrostoma HART, ist ein spezifischer Parasit des Kiefernschwärmers /Hyloious pinastri L./. Gelegentlich parasitiert sie auch andere Schwärmer /wie Sphinx ligustri L. , Smerinthus ocellate L./. Die Larve dieser Raupenfliege entwickelt sich in der Puppe des Wirtstieres. In einer einzigen Raupe von Hyloious können unter Umständen sogar 18 Tachiniden-Larven ihre Entwicklung durohlaufan. In der Regel vollzieht sich die Umwandlung der Techiniden-Larven im Boden, und zwar in der unmittelbaren Nähe der Schmetterling-Puppe. Die Tonnenpuppe der Taohinide wird dann - nach der Überwinterung - in April-Mai von den Imagines verlassan. Ein einziges Exemplar der Raupenfliege Exorista larvarum L. wurde vom Herrn Dr. Kaiman Szeőke aus einer Puppe der Sohmetterlingsart Hyloicus pinastri L. gezüchtet, die bei Velenoe gesammelt wurde. Der Imago verliess die Puppe am O6.O4.I972 /und zwar aller Wahrsoheinliokeit nach unter Laboratoriumsbedingungen, da die Art in der freien Natur erst ab Ende Mai ersoheint/. Die Beschreibung dieser weitgehend polyphagen Art ist in meinem ersten Aufsatz über diese Frage zu finden /T0TH 1984a/, in weloheiu die Tachinlden-Perasiten der Schnetterlingsart Lymantria dispart L. behandelt worden sind; auf eine eingehende Besprechung der Art soll an dieser Stelle verzichtet werden. Syntomis phegea L. Die Widderbären-Art Syntomis /Amuta/ phegea L. kommt im ganz Ungarn Uberall vor, an manchen Stellen, vor allem in lichten Wäldern, auf Waldlichtungen ist sie grosser Zahl zu finden. Ihre Raupe lebt vom März bis Mai vor allem auf Leontodon nudicalyx, aber auch auf enderen Pflanzen. Raupen, die Yor der Verpuppung standen, habe ich am 27.05.1987 sUdlioh der Ortschaft Olaszfalu, im Malomret zum Teil mit Insektennetz gesammelt, zum Teil von der Asphaltstrasse der Porstverwoltung aufgepickt; die Gesamtzahl der gesammelten Raupen betrug 146. Sie wurden in unser Laboratorium gebracht, wo sie sich innerhalb von einigen Tagen verpuppt hatten. Die ersten imagines sohlüpften am 18.06., die letzten am Ende desselben Monats. Geschlüpft waren insgesamt 66 Exemplare; die Übrigen waren noch im Puppenzustand infolge eines Befallos duroh Parasiten oder eus andere Ursachen eingegangen. In meiner ganzen Zucht konnte ioh 8 Taohiniden-Puppen finden. Unter innen gab e3 drei Puppen, aus welchen Raupenfliegen sohlüpften, und zwer 1859 Exemplare der Art Carcelia falenaria RONDANI. Ein Vergleich der Tonnenpuppen Uberzeugte mich davon, dass auch jene zu diesen 11 f ehörten, eus welchen keine Imagines schlüpften. Der Parasiten-Befall der unersuchten Syntomis phegea L.-Population scheint demnach ziemlich neidrig gewesen zu sein /5*5%/. HERTING /1960/ beschreibt die Taohiniden-Art Caroelia falenaria L. nur incller Kürze. Nach ihm schwärmen die Imagines am Ende April und im Monat Mai; jährlioh hat die Art nur eine Generation. In Ungarn wurden schwärmende Imagines vom April bis Oktober gesammelt. Trotzdem lässt es sich nicht ausschliessen, dass die Art jedes Jahr mehrere Generationen hat. Als einziges Wirtstier wurde von HERTING /1960/ Syntomis phegea L. erwähnt. Nach MIHÁLYI /1986/ soll die Raupe als zweites Wirtstier Eriogaster lanestris L. haben. Dir Verbreitungsgebiet umfasst Zentral- und Süd-Europa sowie die Ukraine und Israel /HERTING 1984/.