H. Németh István - D. Szakács Anita: Johann Wohlmuth soproni polgármester naplója 1717-1737 (Sopron, 2014)

H. Németh István: A város szolgálatában Johann Wohlmuth pályafutásának várospolitikai tényezői

Die Karriere von Johann Wohlmuth im Spiegel der Stadtpolitik nommen worden war, den Kreditgeber, die zu bezahlenden Zinsen sowie diejenigen Stif­tungen, deren Kapital ebenfalls von der Stadt verwaltet wurde und aus denen sie Auszah­lungen leisten musste, zusammenzustellen.68 Die Liste wurde binnen der vorgeschriebenen zwei Wochen nicht fertig, denn auf dem Konzept des Stadtrates ist der 25. August als Da­tum zu lesen, doch schließlich schickte man die Zusammenstellung der Kammer zu. Aus der Liste geht hervor, dass die Stadt viel stärker als der anonymische Denunziant meldete verschuldet gewesen war. Ihre Schulden überstiegen aber nicht die Schuldmasse im 17. Jahrhundert, also nahmen sie nur in geringem Maße zu, doch ein Teil der alten Darlehen wurde durch neue ersetzt. 1734 ermittelte der Kommissar die Einnahmen und Ausgaben von Odenburg sowie alle mit seiner Wirtschaft zusammenhängenden Beträge. Die aufge­nommenen, aber bis dahin nicht zurückgezahlte Kredite nannte er als einen Aspekt, der die Stadtwirtschaft in der Wirklichkeit wesentlich beeinflusste. An erster Stelle standen die Kapitalsummen der Stiftungen und Depositen, die von der Stadt verwaltet wurden, in der Höhe von insgesamt 7540 fl. Die Kreditsummen wurden auf fünf Seiten einzeln aufgezählt. Zu Beginn steht ein Kredit noch aus dem Jahr 1688. Nach diesem Zeitpunkt blieben ledig­lich sechs Beträge aus dem 17. Jahrhundert unausbezahlt. Aus ihnen und den nachfolgen­den sticht jedoch das Darlehen der Jesuiten in Höhe von 20.000 (!) fl. deutlich hervor. Es muss aber hinzugefügt werden, dass die Stadt den 5 Prozent-Zins für den ältesten Kredit von 1688 schon seit 66 Jahren und den 6 Prozent-Zins für den der Jesuiten seit 34 Jahren nicht mehr bezahlt hatte! Im 18. Jahrhundert musste dann die Stadt alle ein bis drei Jahre einen Kredit aufnehmen und auch den sonst allgemeinen 6 Prozent-Zins entrichten. Die Endsumme machte einen enorm hohen Betrag aus: 177.136 fl. und 20 Denar. Diese wurde mehrere Jahren davor aufgenommen. Im 18. Jahrhundert hatte die Stadt also beinahe 150.000 fl. noch nicht zurückgezahlter Kredite. Der Zins für diese große Summe erreichte ebenfalls einen erheblichen Betrag. Etwa die Hälfte der Kredite war zu 5 Prozent, die ande­re Hälfte zu 6 Prozent verzinst. So kommen wir zu einer jährlichen Zinssumme von insge­samt 9757 fl. und 16 Denar! Die schwierige finanzielle Situation von Ödenburg ist auch daran zu erkennen, dass die Stadt nicht einmal fähig war, die Zinsen für die zahlreichen Kredite zu bezahlen. Die Quellen weisen die oft seit Jahren bestehenden Rückstände aus, die mit Staffelzinsen verbunden waren. Der Kommissar berichtete über 6930 fl. und 38 Denar unbezahlten Zins, mit dem der Ödenburger Stadtrat verschuldet war. Er merkte jedoch an, dass Ödenburg nicht in die Schuldenspirale geraten sei, in der viele der oberun­garischen Städte gefangen waren. Ödenburg hatte nämlich keine solchen Einkünfte gehabt, die man hätte verpfänden müssen, was eine weitere Minderung der Einnahmequellen be­deutet hätte.69 Auf der Liste waren aber auch diejenigen Geldbeträge aufgezählt, deren Ka­pitalsumme reduziert oder gar gänzlich zurückbezahlt worden waren. Aufgrund dessen können wir das Verfahren des Stadtrates erfassen: Er versuchte, die aufgenommenen Kredi­te tatsächlich mit Hilfe von neuen Krediten zurückzubezahlen und währenddessen die Ka­pitalsumme zu verkleinern. Zwischen 1720 und 1733 nahm Ödenburginsgesamt 204.098 fl. an Krediten auf, und bezahlte 224.424 fl. aus der Kapitalsumme zurück. Das bedeutet eine Reduzierung der gesamten Kapitalsumme innerhalb dieses Zeitraums um 20.000 fl.70 Die Schuldenmasse der Ödenburger können wir aber doch als sehr hoch einschätzen, denn Ofen schuldete zu dieser Zeit lediglich 100.000 fl. Trotzdem was dieser Betrag so hoch, dass 68 MNL GyMSM SL SVL, Oe. Lad. XI. et L. Fase. II. Nr. 86. Preßburg, 28. Mai 1733. 69 MNL OL A 20 (Litt. cam. Hung.) 1734. Nr. 4.; MNL GyMSM SL SVL, Oe. Lad. XI. et L. Fase. II. Nr. 93. 70 MNL GyMSM SL SVL, Oe. Lad. XI. et L. Fase. II. Nr. 93. 49

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