H. Németh István - D. Szakács Anita: Johann Wohlmuth soproni polgármester naplója 1717-1737 (Sopron, 2014)
H. Németh István: A város szolgálatában Johann Wohlmuth pályafutásának várospolitikai tényezői
István H. Németh die Kameralkommission deswegen 1737 den ganzen Ofner Inneren Rat, den Bürgermeister und den Richter absetzen ließ.71 Kriegslasten In den stadtpolitischen Maßnahmen des frühneuzeitlichen Staates spielten die Einnahmen aus der Kriegssteuer, ihre restlose Bezahlung sowie die Eintreibung der Steuerrückstände eine große Rolle, denn im eigentlichen Sinne bildeten diese die staatlichen Einkünfte, deren Erhebung primärer Zweck war. Im ersten Viertel des 18. Jahrhunderts wollte die Ungarische Kammer die Kriegssteuer ordentlich und transparent verwalten lassen. Dadurch wollte man unbedingt verhindern, dass die Städte — ähnlich wie im 16.-17. Jahrhundert — die Kriegssteuer als ihre eigenen Einnahmen betrachteten und bei ihrer Entrichtung unter Verwendung von anderen Einkünften oder — was auch oft vorgekommen war — durch die Aufnahme von Krediten manipulierten. Seitens der Kammer war es ein grundlegender Anspruch, die Kriegskasse völlig unabhängig von den eigenen Einnahmen und Ausgaben der Stadt zu verwalten, um dadurch die Einzahlung und Verwaltung dieser Steuer zu gewährleisten. Auszahlungen aus der Kriegskasse wurden größtenteils verboten. Dadurch, dass die Finanzen von zwei Personen, einer aus dem Inneren Rat und einer aus der Wahlgemeinde, unter Aufsicht des Bürgermeisters und des Fürmenders geprüft wurden, hatte man größere interne Kontrolle gehabt. Die Kammer wollte noch strengere Maßnahmen im Hinblick auf die Regelung der Kriegssteuereinzahlung einführen. Sie wollte zum Beispiel den Einzahlungstag unbedingt einhalten lassen und ein weiteres Kontrollgremium für die Steuereinnehmer und die Ratsherren durch Zuziehung von Revisoren bilden. Auch diesmal wandte man sich den Steuerrückständen mit großer Aufmerksamkeit zu, denn zum einen verschlechterte sich durch diese die wirtschaftliche Lage der Städte und zum anderen die Zahlungsfähigkeit ihrer verschuldeten Bürger.72 Auch in Ödenburg können wir ähnliche Ziele der Kommissare feststellen: Sie schlugen die strenge Separierung der Kriegskasse vor, aus der man keine Summen für andere Zwecke beantragen und entnehmen durfte. Trotz dieses Verbots kam es einige Male während des Rákóczi-Freiheitskrieges zur anderweitigen Verwendung des dort deponierten Steuergeldes.73 Neben der Separierung der Kriegs- und Domestikalkasse wollten die Kommissare auch die Sicherung der von der Stadt produzierten Lebensmittel erreichen. Dadurch wären die nötigen Produkte für das Militär garantiert gewesen, und auch die Stadt hätte diese billiger oder gar umsonst anschaffen können, denn entweder waren diese Produkte Lebensmittelabgaben ihrer eigenen Bauern, oder aber sie bildeten einen Teil des von Ödenburg gepachteten Zehntels. Der Kommissar János Ferenc Péterffy verordnete der Stadt 1716 in seinem Statut ausdrücklich, auf den Stadtgütern noch intensivere Landwirtschaft zu betreiben. Deswegen lehnte er sogar den Vorschlag ab, die Schulden aus dem Verkaufserlös des von den Bauern in Fronarbeit gefällten Holzes zurückzuzahlen. Das hätte nämlich zur Folge gehabt, dass dadurch die unerlässlich wichtige Arbeitskraft auf den Äckern gefehlt hätte. Péterffy hielt den Ackerbau für so wichtig, dass er den Baumeistern befahl, diejenigen Grundstücke, auf denen die Häuser schadhaft und ruinös waren und keine Chance auf 71 Nagy, 1957. 114-119. 72 MNL OL E 23 (Litt. cam. Seep.) 3. und 10. Dezember 1721, 5. Oktober 1723, 27. Oktober 1724, E 210 (Mise.) Civ. 8. t. 12. sz. 73 MNL OL A 20 (Litt. cam. Hung.) 1716. Nr. 29. 50