Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)
Bestände - I. Zeitreise
98 Zeitreise 15 Normalität in Zeiten des Untergangs 1918 September 14, Rom Papst Benedikt XV. transferiert den Bischof von Sibenik, Lucas Pappafava, auf den Bischofsstuhl von Hvar (Kroatien) Obwohl man annehmen sollte, daß wenige Wochen vor dem Ende der Habsburgermonarchie dringlichere Probleme als die Besetzung eines Bischofsstuhls auf den Kaiser warteten, beschäftigte sich Karl I. auch mit diesen Dingen. Die Insel Hvar liegt in Mitteldalmatien und gelangte nach dem Ende der venetianischen Herrschaft 1797 an Österreich, bei dem sie mit einigen Unterbrechungen bis 1918 verblieb. Das Bistum Hvar wurde 1144 gegründet, es umfaßt die Inseln Hvar, Brac, Vis, Scedro und einige kleinere Inseln. Die äußere Form der Papsturkunde weicht von dem für den geschulten Betrachter gewohnten Kanon früherer Zeiten ab. Die Schrift ist nun eine normale lateinische Schreibschrift, die Intitulatio bis einschließlich Dei ist in größerer und dickerer Schrift geschrieben, der Beginn der Urkunde auch graphisch verziert und gestaltet. Es fehlt nun die Rota, allerdings hängt die päpstliche Kanzlei bei Stücken wichtigen Inhalts nach wie vor eine Bleibulle an farblosen Seidenfäden an. Der Skriptor der Urkunde unterschreibt rechts auf der Plica, auch unter der Plica befinden sich Kanzleivermerke. Thomas Just Pergament, Bleibulle, latéin Allgemeine Urkundenreihe 1918 IX 14