Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)
Gebäude - Manfred Wehdorn-Michael Wistawel: Zur Reviatlisierung
Zur Revitalisierung 65 leramtes und des Büros Wehdorn gegründet. Diese Arbeitsgruppe nominierte als Gutachter drei international hochrangige Fachleute aus dem Archivwesen, und zwar Herrn Prof. Dr. Christoph Graf, Direktor des Schweizerischen Bundesarchivs in Bern, Schweiz, Herrn Wolf Buchmann, leitenden Direktor im Bundesarchiv in Koblenz, Deutschland, sowie Herrn Michel Duchein, Generalinspektor a. D. der Archives de France in Paris, Frankreich. Auf der Grundlage zweier Lokalaugenscheine erarbeiteten die drei Experten ein gemeinsames Gutachten betreffend das Sanierungs- und Brandschutzkonzept des Haus-, Hof- und Staatsarchivs Wien, das Anfang Juni 1997 vorlag und in seinen wesentlichen Zügen die unter Leitung von Univ.-Prof. Wehdorn erarbeitete Machbarkeitsstudie bestätigte und untermauerte. Das Gutachten der drei internationalen Experten schloß wie folgt: „Insgesamt können das historisch wertvolle Cebäude, die Mitarbeitenden und die einzigartigen historischen Bestände des Haus-, Hof- und Staatsarchivs durch ein sinnvolles und maßvolles Brandschutzkonzept sowie durch die übrigen vorgeschlagenen Maßnahmen gegen die vorhersehbaren Risiken angemessen gesichert werden. Wir empfehlen deshalb die Realisierung eines solchen Konzeptes und die Erhaltung des Haus-, Hof- und Staatsarchivs im bestehenden Gebäude im Interesse der historischen Forschung und zur Bewahrung eines wichtigen Teiles des kulturellen Erbes Österreichs." Mit dieser Stellungnahme war endlich der Weg zur Realisierung des Projektes geöffnet, und die Bundesbaudirektion lud sechs Architektenteams ein, die im Sinne eines Generalplanerangebotes ihre Vorschläge zur konkreten Umsetzung aus gestalterischer, technischer und wirtschaftlicher Sicht vorlegen sollten. Die eingeladenen Experten, denen alle bis dahin erarbeiteten Grundlagen und Gutachten zur Verfügung gestellt wurden, waren die Büros bzw. Bürogemeinschaften: Arch. Czernin und Hackermüller, Bietergemeinschaft Hueber-IFBS-Kollitsch & Stanek, Arch. Requat und Reinthaller & Partner, Universal General Planungs Ges.m.b.H., Arch Wehdorn. Am 30. Juni 1998 erfolgte die Vergabe der Ausführung an Architekt Univ. Prof. Dr. Manfred Wehdorn und an die Universal General Planungs Ges.m.b.H. Einer Empfehlung der Jury folgend teilten sich die beiden Büros die Arbeit in der Folge in der Art und Weise, daß das Atelier von Prof. Wehdorn die gesamten Inventarisierungs- und Planungsleistungen übernahm, während die genannte Planungsgesellschaft ihr Fachwissen besonders für das Projektmanagement, für Statik, Sicherheits- und Haustechnik sowie für die örtliche Bauaufsicht zur Verfügung stellte. Vor dem tatsächlichen Baubeginn waren allerdings noch die Aussiedlung und die spätere Rücksiedlung der Büros und der umfangreichen Bestände des Haus-, Hof- und Staatsarchivs zu organisieren, wobei im besonderen die Aufrechterhaltung der Benutzung sicherzustellen war. Die Lösung dieser Aufgabe bildete mehr oder minder ein eigenes Projekt innerhalb des Gesamtprojektes und wurde ebenfalls von der im Bundesministerium für wirtschaftliche Angelegenheiten installierten Arbeitsgruppe geleitet. Nach der Auswahl und Besichtigung möglicher und zur Verfügung stehender Räumlichkeiten wurde bald augenscheinlich, daß man kein einzelnes Gebäude von ausreichender Größe finden würde, in dem sowohl die Büros, der Lesesaal mit seinen Nebenräumen als auch der Speicherplatz für alle Archivalien des Hauses untergebracht werden könnten. Schließlich entschied man sich für eine Aufteilung auf drei Standorte: Büros und Lesesaal kamen in das Bürohaus der Niederösterreichischen Brandschaden- Versicherung, Schenkenstraße 4, Archivspeicher in das Dachgeschoß der Österreichischen Nationalbibliothek und in den Keller des Leopoldinischen Traktes der Hofburg. Als etwa zwei Drittel des Gesamtbestandes außer Haus gebracht waren, zeigte sich, daß man auch mit diesen Räumen nicht das Auslangen finden konnte. Es mußten daher im Zentralarchiv in der Nottendorfergasse insgesamt drei Speicherräume von der Abteilung