Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - IV. Kultur

162 Kultur 7 Lombardische Krönungsinsignien 1838, Wien Peter Fendi, Entwurf des Reichsapfels der lom­bardischen Krönungsinsignien Kolorierte Zeichnung Hofarchive, Oberstkämmereramt Rubrik 28/1, ZI. 316 ex 1838 Auf dem Wiener Kongreß wurde das Königreich Lombardo-Venetien neu geschaffen und dem österreichischen Kaiserstaat angeschlossen. Kaiser Franz I. bestimmte darauf­hin die in Monza aufbewahrte Eiserne Krone zum Staatssymbol. Für die Krönung seines Nachfolgers Ferdinand I. in Mailand waren außer diesem Kleinod keine weiteren Insignien vorhanden. In einem vom Oberstkämmereramt veranstalteten Wettbewerb zur Neugestaltung von Reichsapfel, Szepter, Schwert und Krönungsornat setzten sich mit ihren Entwürfen die Biedermeier-Künstler Peter Fendi (1 796-1842) für die Insignien und Philipp von Stubenrauch für die Ornate durch. Die Krönung Ferdinands I. fand am 6. September 1838 in Mailand statt und war die erste und einzige Krönung eines österrei­chischen Kaisers zum König von Lombardo-Venetien. Nach den Niederlagen Öster­reichs 1859 und 1866 in Oberitalien mußte die Eiserne Krone an das Königreich Italien abgetreten werden. Die Krönungsinsignien, die nach dem Verlust von Lombardo- Venetien bedeutungslos geworden waren, wurden 1871/72 eingeschmolzen. Somit stel­len die bei den Wettbewerbsakten erhalten gebliebenen Entwürfe sowohl kunsthisto­risch wie ideengeschichtlich wertvolle Archivalien dar und dokumentieren auch die Auftragsvergabe des Hofes an führende Persönlichkeiten der jeweiligen Kunstepoche. Irmgard Pangerl

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