Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - III. Haus - Hof - Staat

116 Haus 2 Als der Adler noch einköpfig war 1446, (Wien ?) Wappen des römisch­deutschen Reichs in der Handregistratur Friedrichs III. Pergament, prunkvolle Buchmalerei, latéin, insgesamt 146 Blatt Handschriftensammlung, Handschrift Weiß 10 Die als „Handregistratur" bekannte großformatige Handschrift war als Sammlung von Behelfen und Dokumenten angelegt, die der römische König Friedrich IV. - erst 1452 wurde er als Friedrich III. zum Kaiser gekrönt - stets zur Hand haben wollte. Der Codex enthält Abschriften wichtiger Privilegien, Verzeichnisse der Besitzungen des Herrschers, der wichtigsten Reichsterritorien sowie der Kurfürsten, Päpste und Kaiser. Vier ganzsei­tige, in kräftigen Farben gemalte Schmuckblätter mit Wappendarstellungen machen aus dem nüchternen, aber sorgfältig geschriebenen Gebrauchsbuch eine kostbare Prunkhandschrift. Wappenschild, Helm, Helmzier und -decken scheinen auf Brokatstoff mit breiter Perlenborte aufzuliegen. Umrahmt ist die Darstellung von Friedrichs berühmter Devise „AEIOU" und der Jahreszahl „1446" sowie drei Rosenzweigen. Buchstaben und Ziffern werfen ebenso wie der plastisch modellierte Rahmen Schatten, ganz besonders aber suggeriert die illusionistische Blumenumrahmung durch ihren Schlagschatten sowohl Plastizität als auch Distanz zum Pergamentuntergrund, wodurch wir ein einmaliges Kunstwerk vor Augen haben, zu dem in dieser Zeit keine Vergleichsstücke ähnlichen Stils oder gleichwertigen Ranges existieren. Ernst Petritsch

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