Leopold Auer - Manfred Wehdorn (Hrsg.): Das Haus-, Hof- und Staatsarchiv (2003)

Bestände - II. Der Stoff, aus dem Geschichte ist

Der Stoff, aus dem Geschichte ist 103 3 Die älteste kaiserliche Papierurkunde 1228 April 18, Barletta Kaiser Friedrich II. beauftragt Erzbischof Eberhard von Salzburg und Eierzog Leopold von Österreich mit der Schlichtung eines Streites zwischen dem Frauenkloster Cöß und dem Eierzog von Kärnten Papier, Reste eines aufgedrückten Siegels auf der Rückseite, latéin Allgemeine Urkundenreihe 1228 IV 18 Der Gebrauch des Papiers wurde von den Chinesen übernommen und breitete sich seit dem 11. Jahrhundert über Vermittlung der Araber nach Sizilien und Süditalien aus. Hier wurde es allmählich in der normannischen Kanzlei in Sizilien eingesetzt, wenn auch nur für minder wichtige Dokumente. Das vorliegende Stück ist die erste bekannte Verwendung dieses Beschreibstoffes in der kaiserlichen Kanzlei. Der geringe Bedeutungsgrad der Urkunde ist auch daran erkennbar, daß weder eine Initiale am Beginn noch irgendeine Form einer Auszeichnungsschrift in der ersten Zeile verwendet wurden. Der Text weist zudem die in einer Geschäftsschrift üblichen Kürzungen auf. Die starken Fehlstellen im Papier machen die im Vergleich zu Pergament geringere Haltbarkeit des Materials deutlich. Elisabeth Springer

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