Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

I. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge vor der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge

76 Mit ATJerh. Handschreiben vom 1. November 1793 wurde dem gesammten Feld-Clerus in den Niederlanden die belobende Anerkennung ausgesprochen. »Mit vielem Vergnügen habe Ich vernommen — schreibt Kaiser Franz an Feldmarschall Grafen Wallis— dass die bei den nieder­ländischen Regimentern angestellten Feldkapläne sich durch Eifer so auszeichnen, dass Ich Mich verbunden fühle, den­selben Meinen Beifall und Mein besonderes Wohlgefallen über dieses so ganz Meinen Gesinnungen und dem Wunsche Meines Herzens entsprechende Betragen zu erkennen zu geben1).« Leider sind die Aufzeichnungen über die Belohnungen aus dem 17. Jahrhunderte so spärlich, dass sie nur die Hauptmomente anführen und der einzelnen Personen, namentlich der Feldgeistlichen, gar nicht gedenken. § 6. Rückblick auf die Thätigkeit der Feldgeistlichen im 17. und 18. Jahrhundert. Der Kriegsdienst wurde in der ersten Epoche unseres Heeres als ein eigenes, sehr einträgliches Gewerbe an­gesehen. Noch im dreihigj ährigen Kriege war es die Lust am tollen Lagerleben, am wilden Kampfe, die Hoffnung auf reiche Beute, welche die Scharen der Krieger zusammen­hielt. Erst allmählich bildete sich ein militärisches Bewusst­sein, aus welchem die schönsten Tugenden emporblühten. Echt kriegerischer Geist, hingebende Fahnentreue trotz bitterer Noth und drohender Gefahren, Opfersinn und Heldenmuth besiegelt mit dem Blute vieler Tausenden auf dem Felde der Ehre, leuchten hoch in dem von Monte- cuccoli, Lothringen und Prinz Eugen geschaffenen Heere! *) Krgs.-Arch. 17—169 ex 1793.

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