Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

I. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge vor der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 3. Capitel. Die Militär-Seelsorge

dem Regiment bei den Feldscherern aufhalten soll, die Blessierten oder Sterbenden trösten und disponieren zu können, das Hochwürdige aber aus Besorgung einer Irreve­renz, die im Treffen begegnen könnte, nicht bei sich haben. Im Marsch haltet er sich mit dem Auditor bei den Fahnen auf. Der Pater soll sich in keine Regiments-Sache oder Officiers-Händel mischen, sondern seinem Amt obliegen, als auf Befehl seines Commandanten allzeit eine kurze Predigt machen zu können und die Messen und Betstunden zur rechten Zeit zu halten, und weil er beim Regiment als Pfarrer ist, so dependiert er allein vom Regiment und dem kaiserlichen Beichtvater als Superior der kaiserlichen Armee, so anjetzo der Pater Tönnemann S. J. ist, von welchem er sein Patent nimmt, und alle zwei oder drei Jahre con- firmieren lässt; in solchen ist enthalten, was dessen geistliche Privilegien, Authoritaeten und Praerogativen sind. Sein Amt ist auch bei großer Strafe bei den Kranken fleißig zuzusehen, damit er nichts versäume, sondern diesen, so es vonnöthen, die heiligen Sacramente zeitlich reiche und dabei vorsehe, damit keiner ohne Beicht oder Com­munion dahinsterbe. Zu den Delinquenten im Stockhause, wann er berufen wird, geht er, jedoch mit Vorbewusst des Commandanten, das ist, wo etwa einer, der nicht katholisch wäre, sich dazu bekehren und informiert werde, oder wann sonsten die Leute absonderlich die österliche Beichte allda verrichten wollten; item nach der publicierten Sentenz über einen zum Tode condemnierten, dass er diesen zum Tode dis­poniere, tröste, und mit den heiligen Sacramenten versehe, danach auf den Richtplatz begleite und bis an sein Ende an geistlichen Trost nichts abgehen lasse und nach diesem eine kleine Exhortation mache. Bielik, Geschichte der k. u. k. Militär-Seelsorge. 5

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