Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)
II. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge nach der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 2. Capitel. Das Feld-Consistorium und die Feld-Superiorate
131 gethan hatte, fasste er den Entschluss, in der Hinsicht eine Abhilfe zu schaffen. In seinem Inspicierungs-Berichte vom Jahre 1774 an die Kaiserin Maria Theresia beantragte er für alle Provinzen die Aufstellung von General-Vicaren, die als Stellvertreter des Apostolischen Feld-Vicars mit der Oberaufsicht der Militär - Kapläne betraut werden sollten. Dieser Antrag wurde schon im folgenden Jahre berücksichtigt und angeordnet, dass in allen Ländern und Provinzen General-Vicariate oder Feld-Superiorate zu errichten und durch tüchtige Feldkapläne zu besetzen seien. Über Nomination des Bischofes Kerens wurden noch im selben Jahre zu Feld-Superioren ernannt, und zwar: 1. Leopold Hüttner für Inner-Österreich, 2. Anton Pettauer für Ober- und Nieder-Österreich, 3. Anton Revitzky, Abt von Lekér für Ungarn, 4. Josef Malinsky für Böhmen, 5. Wilhelm Hartmann, Graf von Klarstein für Mähren, 6. Johann Prilesky für Galizien, 7. Josef Lehmann für Siebenbürgen, 8. Agidius Petke für Italien, 9. Franz Gerkens für die Niederlande. Im Jahre 1850 wurde auch für Croatien ein Feld- Superiorat errichtet und zum Feld-Superior der Feldkaplan des Artillerie-Regiments Nr. 4, Anton Horaczek, ernannt. Diese Feld-Superiorate wurden zu dem Zwecke aufgestellt, damit die Feld-Superiore gleich den Dechanten in den Civil-Diöcesen sämmtliche geistlichen Geschäfte in ihren Bezirken leiten und besorgen könnten. Sie erhielten nach den verschiedenen Ländern und Provinzen ihre bestimmten Bezirke zur Ausübung ihrer geistlichen Jurisdiction zugewiesen, mit dem Amtssitze in 9*