Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)
II. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge nach der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 2. Capitel. Das Feld-Consistorium und die Feld-Superiorate
132 jenen Orten, in ■welchen sich die Gencral-Commanden befanden. Sie waren die Stellvertreter des Apostolischen Feld-Yicars in ihren Districten, überwachten alle in ihrem Superiorats-Bezirke befindlichen Militär-Geistlichen und waren ad latus der General-Commanden, um in allen militär- geistlichen Angelegenheiten ihr Gutachten abgeben und ihre Anträge stellen zu können. Von den wichtigen Vorfällen mussten sie dem Apostolischen Feld-Vicar Nachricht geben, in zweifelhaften Fällen sich von ihm Rathschläge oder Weisungen erbitten und alles thun, uni das Beste der Militär-Seelsorge in allen ihren Zweigen nach Kräften zu fördern. Den Feld-Superioren oblag es, bei vorkommenden Gelegenheiten die ihnen untergeordneten Garnisons-; Spitalsund Regiments-Kapläne zu visitieren und sich von ihrem moralischen und priesterlichen Wandel, von der Abhaltung des Gottesdienstes, von der Ertheilung des Religionsunterrichtes, von der Erfüllung ihrer Amtspflichten und der genauen Führung der geistlichen Pfarr-Protokolle persönlich zu überzeugen. Jedoch durften die Visitationsreisen mit keinen Kosten für das Militär-Ärar verbunden sein, ausgenommen in dem Falle, dass diese Visitationsreisen auf höheren Befehl angeordnet wurden. Die Feld-Superiore hatten auch die Pflicht, die präseni tierten Regiments-Kapläne, joevor sie bei dem Regimente in Stand und Gebühr genommen wurden, genau zu prüfen, ob dieselben in Hinsicht ihrer Sitten- und Studienzeugnisse, ihrer Sprachkenntnisse, ihres Gesundheitszustandes und ihrer übrigen Eigenschaften für das beschwerliche Amt eines Feldgeistlichen geeignet seien. Fand der Feld-Superior den präsentierten Geistlichen in jeder Hinsicht für die Militär- Seelsorge geeignet, so hatte er von der geschehenen Präsen-