Emerich Bielik: Geschichte der K. u. K. Militär-Seelsorge und des Apostolischen Feld-Vicariates (Wien, 1901)

II. Theil. Die militär-geistliche Hierarchie und die Militär-Seelsorge nach der Errichtung des Apostolischen Feld-Vicariates - 1. Capitel. Das Apostolische Feld-Vicariat

101 und ordentlicher Führung der Militär-Matrikeln, Verehe­lichung der angeworbenen Recruten und Hintanhaltung der Bigamien, hinsichtlich der verbotenen Bücher, Hebung der Religiosität, des sittlichen Geistes, der richtigen Ab­gabe der Beichtzettel und wegen Bezeugung der den Feldkaplänen gebührenden Achtung genauere Verordnungen und Befehle erlassen wurden. Die Errichtung von Feld- Superioraten, die Vermehrung der Feldkaplans-Posten bei den Garden, Festungen, Garnisonen und Spitälern, die Restaurierung der Garnisons-Kirchen, Feld- und sonstiger Kapellen sind Zeugen seiner weisen Kirchenverwaltung. Am 26- November 1792 schloss der Apostolische Feld- Vicar Kerens seine Augen für diese Zeitlichkeit. Sein ent­seelter Körper wurde von Wien nach St. Pölten überführt und in der Domkirche beigesetzt. Nach seinem Tode folgte eine Sedisvacanz von zwei Jahren (1 792 — 1794), während welcher der Feld-Consistorial-Director Gottfried Josef Crüts von Creits das Apostolische Feld-Vicariat leitete. 2. Sigismund Anton Graf von Hohenwartli in Gerlachstein. 1794—1803. Derselbe wurde zu Gerlachstein in Krain am 2. Mai 1730 geboren. Seit 1748 Mitglied der Gesellschaft Jesu und theils im Lehramte, theils im Missionsgeschäfte thätig, wurde er nach Aufhebung seines Ordens zum Lehrer des nachmaligen Kaisers Franz berufen, im Jahre 1792 aber vom Papste Pius VI zum Bischof von Triest präconisiert und von demselben Papste unterm 10. Jänner 1794 auf das erledigte Bisthum St. Pölten transferiert, wo am 16. November desselben Jahres seine feierliche Inthronisation stattfand. Zum Apostolischen Feld-Vicar am 10. April ernannt,

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