Philatelia, 1924 (10. évfolyam, 1-10. szám)
1924-04-01 / 3-4. szám
3-4. szám PHILATELIA 3. oldal Filatelisták arcképcsarnoka Schossberger Gyula ur Umschau ín Ungarn Überaus viel Neues haben uns die letzten vier Wochen gebracht. Das grösste Ereignis sind die in schönem Kupferdruck ausgeführten Wohltätigkeitsmarken. Erzeugnisse der kgl. ung. Staatsdruckerei und Schöpfungen ungarischer Künstler. Den höchsten Wert der aus drei Markeiuzu 300, 500 und 1000 K bestehenden Serie schuf Prof. Helbing, den wir auch die schöne Madonnamarke verdanken. Er hat wiederum bewiesen, dass er nicht nur Künstler, sondern ein Briefmarkenbildner ist. Das gewählte Motiv, ein Bogenschiess-Unterricht aus früheren Zeiten wirkt derart völkisch, dass auf der Marke ruhig der Landesnamen wegbleiben könnte, man würde doch sofort ihr Ausgabeland erkennen. Sehr schade ist es, dass die Wahl der Markenfarbe für diesen Wert eine recht unglückliche ist, durch sie ist sehr viel von dem lebensfrohen Markenbilde verloren gegangen. Warum hat man nicht vor der Herstellung der Marken Feinschmecker und Kunstliebhaber zu Rate gezogen, deren es bei uns eine stattliche Anzahl gibt. Oder kennt man hier in seinem Heimatslande nicht die Bemühungen eines Dr. Forkt, die Markenkunst wieder auf die alte Höhe zu bringen ? Wenn schon das Kupferdruckverfahren in Anwendung kommt, dann sollen auch die Marken diesem Verfahren in voller Gänze würdig sein. Drei Monate lang werden diese wohltätigen Zwecken gewidmeten Marken im Verkehr sein und an allen Postschaltern zum doppelten Nennwert gekauft werden können. Ganz neu sind die Flugpostmarken. Zur rechten Zeit erschienen und, da Ungarn nicht nur im regen Flugverkehr mit den westlichen Ländern, vor allem mit Wien, steht, sondern auch mit dem Balkan, dürften diese Marken nicht nur bei der Sammlerwelt verbraucht werden, sondern auch ihrer Bestimmung entsprechend, reichlich in Benützunk kommen. Etwas überladen wirkt das ansonsten schöne und infolge der reichlich verwendeten ungarischen Motive auch ungarische Markenbild. Die Zeichnung dazu hat Megyer-Mayer angefertigt. Der Druck ist ein zweifarbiger Plattendruck, erzeugt auf Wasserzeichenpapier Doppelkreuz. Die gewählten vier Werte zu 100, 500, 1000 und 2000 K erschinen bei den heutigen hohen Posttarifen sehr niedrig, doch handelt es sich nur um Zuschlagmarken, sogenannte Flugzuschläge, immerhin beträgt der geringste Flugzuschlag, jener für eine Postkarte 4800 K, also weit mehr als ein ganzer Satz dieser Flugpostmarken wertet ! Wie in allen Ländern mit Währungsverfall, eilt auch bei uns der Posttarif immer den erscheinenden Marken- werten voraus. Dadurch sind schon eine ganze Reihe kleiner Raritäten der allerletzten Zeit entstanden und sicher wird man fast alle Ungarn-Neuheiten in kurzer Zeit suchen dürfen. Das neueste der Frankomarkenreihe ist der Wert zu 500 K im Schnittermuster dem jene zu 800 und 600 K vorausgingen. Die Parlamentstype hat bereits den Wert zu 1000 Kronen erreicht. Sparmassnahmen syid es, die immer mehr die teueren Markentypen verdrängen. Aus demselben Grunde erschien kürzlich die 1000 K Dienst ohne Unterdrück, ihr wird gewiss jene zu 500 K bald folgen. Erwähnt sei noch die unglückliche Fortsetzung der Porto-Provisorien-Reihe bis in die höchsten Werte hinauf. Die Postver waltung geht hier zu sorglos vor, denn das Bedrucken niedriger Schnittermarken mit dem tausendfachen Wert ist denn doch zu verlockend für Fälscher. die sich auch bereitwilligst die-