Ciszterci rend Nagy Lajos katolikus gimnáziuma, Pécs, 1857
Dies wäre uun was teils unmittelbar der Unterricht seihst, teils aber auch was man in Betreff des Unterrichtes beachten müsste, damit der vierfache grammatica lisch« Unterricht den Schüler nicht verwirre. Der grammaticalische Unterricht in den 4 Sprachen wird eigentlich im untern Gymnasium beendigt; im obern Gymnasium aber werden besonders die Literaturen derselben Sprachen zur humanen Bildung der Schüler vurgeuommen; doch darf der grammatische Unterricht auch im oberen Gymnasium nicht beseitig! werden, sondern er muss auch hier wiederholt werden. Für das obere Gymnasium nun würde eine allgemeine vergleichende Grammatik der 4 Sprachen von höchstem Gewicht und Bedeutung sein; nämlich eine Grammatik, welche eben so eine jede Syntaktische, wie auch nach Möglichkeit die Formenlehre in kurzen Abrissen, wenigstens in den Hauptpunkten auf eine vergleichende Weise neben einander darstellen würde. Eine solche vergleichende Grammatik würde dem Schüler das lange zeitraubende Suchen in deu verschiedenen Grammatiken ersparen; sie würde ihm eine kurze Uebersicht über die in den verschiedenen Grammatiken der 4 Sprachen enthaltenen Lehrsätze über einen und denselben Gegenstand in allen 4 Sprachen zugleich gewähren; sie würde die in allen 4 Sprachen gemeinsamen Punkte über eine und dieselbe Lehre, so wie auch die abweichenden Punkte leicht überblicken lassen, und dieselben Punkte im Gedächtnisse des Schülers befestigen. Ja, es wäre sehr zweckmässig. sogar die an den Gymnasien nicht obligaten Sprachen; die Französische, Englische, und Italienische in diese allgemeine, vergleichende Grammatik aufzunehmen. Die Art und Weise, wie eine solche Grammatik zosammeiigestellt werden müsste , festzustellen gehört nicht dem Bereiche dieser Abhandlung an: doch will ich versuchen einen Lehrsatz in diesen Sprachen vergleichend zusammenzustellen. Dieser Lehrsatz soll sein: Die auffallendsten Eigentümlichkeiten der Relatiwsätze. Die allgemeine Kegel in allen Sprachen, in Betreff der Übereinstimmung des relativen Pronomens mit seinem Nomen, auf welches es sich bezieh!, im Genus Numerus und Casus, ist die folgende; Das relative Pronomen wird in seinem Casus gewöhnlich von dem Verbum, zu dem es gehört, bestimmt, oder es kann auch von einem Nomen oder Praeposition abhängen; in seinem Genus und Numerus aber wird es von dem Nomen, auf welches es sich bezieht, bestimmt. Die auffallendsten Abweichungen von dieser Regel sind die folgenden: a) Im Griechischen kann das Relativ auch im Casus von dem Worte, worauf es sich bezieht, bestimmt werden; aber nur dann, wenn erstens das Relativ im Accusativ stehen müsste nach der allgemeinen Regel; und zweitens das Wort, worauf das Relativ sich bezieht, im Genitiv oder Dativ steht. Z. B. Tíg rots »sóig Tvy/ávtt ovoa iino itöv dwotov, u>v nan rjuttv /.«ußtiroitoi, Diese Eigentümlichkeit ist auch im Lateinischen nachweisbar, doch ohne Rücksicht auf die im Griechischen festgestellten Bedingungen. Z. B. Judice, quo nosti populo. Korácz : Satyr L. I. 6 10. b) Wenn das Wort, worauf das Relativ sich bezieh!, ein Pronomen demonstrativum ist. wird es im Griechischen unter den unter a) angeführten Bedingungeil gänzlich weggelasseu, und das Relativ kommt in den Casus zu stehen, in welchem das Demonstrativum war. Z. B. Mya> xiqáXawv nAvtag rfgqfQuv A<f öooiv éxccoTog f/fi. Diese Eigentümlichkeit ist auch in der lateinischen Sprache nachweisbar, dann auch in der Französischen. Englischen und Italienischen gebräuchlich mit der Bemerkung; dass die englische und italienische Sprachen in diesem Falle ein besonderes Relativ anwenden ; nämlich die englische Sprache das relative What; die Italienische das relativ chi. Z. B. a) in der Lateinischen; Adeo in quae (in ea quibus) laboramus, sola crevimus, divitias luxuriamque. Livius VII. 25; b) in der französischen .Sprache; La fuite est permise á qni fűit les tyrans; Racine; c) in der englischen Sprache: My account is rather of what I saw, than what 1 did; d) in der Italienischen: Non guardate al carattere d i chi vi préga. cJ Die unter b) angeführte Eigentümlichkeit findet auch umgekehrt statt, nämlich das Nomen oder Pronomen, worauf das Relativ sich bezieht, geht in den Casus des Relativs hinüber, und dann wird es auch meistens in den Relativsatz hinübergezogen. Z. B. o naifa, Sr fióvov tí/ofiev ßorj&iv, «nijv. Diese Eigentümlichkeit übrigens ist vielleicht den meisten Sprachen gemeinsam. So finden wir sie in der lateinischen Sprache: Ad ea, quibus maxime fidebant in populum Romanum officiis. Tacitos An. 4. 56.