Ciszterci rend Nagy Lajos katolikus gimnáziuma, Pécs, 1857
25 Der Conjugations-Character ist in der griechischen und ungarischen Sprache der letzte Buchstabe des Stammes; in der Deutschen der Buchstabe „e,“ welcher, ausgenommen den Conjunctiv, wenn es die Euphonie gestattet, weggelassen werden kann; in der lateinischen Sprache wird er auch in manchen Zeitformen weggelassen. Übrigens versieht es sich von selbst, dass ich nicht behaupten will: eine jede Yerbenform bestehe aus allen 5 hier angegebenen ßestandtheilen; denn nicht alle Zeitformen haben einen Tempus- Character, manche haben auch keinen Modus-Character, und andere keinen Personen-Character. Der Modus-Character ist, wie die Tabelle zeigt, immer ein Vocal. Wenn nun der Schüler in seiner Muttersprache diese Zergliederung der Verbenformen in ihre Bestaudtheile aufgefasst hat: wird er in jeder der noch zu erlernenden Sprachen sehr leicht die Analysis einer jeden Verbenform durchführen können; nur muss er vorläufig die Tempus-Charactere der neu zu erlernenden Sprachen kennen lernen, z. B. wenn er diese Verbenforin „laudavissetis“ zergliedern müsste: wenn er schon vorläufig weiss, dass der Tempus-Character des Plusquamperfecti conjunctivi bei der ersten Conjugation diese Sylbe ist = „viss“; so wird er gleich richtig diese Form zergliedern, nämlich er wird sagen : „laud“ ist der Stamm ; „a“ der Conjugations-Character; „viss“ der Tempus-Character; „e“ der Modus- Character; „tis“ der Personen-Character. Oder wenn er diese griechische Verbenform zu zergliedern hätte: „ßeßovXtvxine“; so würde er sagen: ,,/Sovuv" ist der Stamm; der Conjugations-Character; der Tempus- Character ; der Modus-Character; der Personen-Character. Um die Sylbe „/»*“ auch mit dem Kunstausdrucke bezeichnen zu können, muss er die Lehre von den Augmenten im Griechischen vorläufig erlernen. Einige ungarischen Verbenformen, nämlich der Imperativ, Conjunctiv, Optativ und Infinitiv würden sich nicht richtig nach der oben aufgestellten Tabelle zergliedern , oder vielmehr benennen lassen. Denn z. B. diese Conjunctiv - Form „várjon“ würde der Schüler nach der oben aufgestellten Tabelle folgender Art zergliedern und benennen, nämlich „vár“ ist der Stamm; „r“ der Conjugations - Character; „j“ der Tempus-Character; „o“ der Modus-Character; „n“ der Personen-Character. Es wäre aber die Benennung des ,j“ als Tempus-Character nicht richtig; denn eigentlich ist „j“ der Modus-Character. Wie könnte man aber doch auch hier die völlige Gleichartigkeit und Richtigkeit der Benennung einführen? Man müsste nur sagen: im Ungarischen wird iin Imperativ und Conjunctiv der Modus - Character der obigen Tabelle mit einem Vorgesetzten „j“; im Optativ aber und Infinitiv mit einem Vorgesetzten „n“ verbunden, wie auch im Griechischen der Modus - Character des Indicative mit einem »<“ verbunden ziun Modus-Character des Optativs umgestaltet wird. Nach dieser Einrichtung würde also der Schüler diese optativische F'orm „várnál“ auf diese Art zergliedern: „vár“ ist der Stamm; „r“ der Conjugations-Character; „ná“ der Modus- Character; „1“ der Personen-Character. Oder man könnte um diese Unrichtigkeit zu entfernen, von der in der obigen Tabelle festgesetzten Terminologie in so fern abstehen, dass man 1-ens die Benennung „Modus-Character“ aufgäbe, und dafür die Benennung „Bindevocal“ einführte ; 2-ens dass man für die ungarische Sprache um einen Bestand- theil mehr annähme, und diesen Bestandtheil „Modus character“ nennen möchte. Dann wären die Bestand- theile und ihre Benennungen die Folgenden: Stamm ConjugatiunsCiiaracter TempusCharacter Bindevocal Personencharacter. ßtßovhv/.ot ut ßovXfv V y. v Ol i» laudavissem laud a 1 viss e m. lobetest lob e j t e st. várandnád vár 1 r and 1 Moduscharac. Bindevocal d n á 4