Ciszterci rend Nagy Lajos katolikus gimnáziuma, Pécs, 1857

24 weise nicht verhüten, dass jene Verwirrung nicht stattfinden könne ? — Ich will nicht in Zweifel ziehen; dass jene Ausdrücke „lobend — dicsérve“ auch Umstandswörter seien: aber dies kann man nachträglich dem Schüler einprägen, wenn z. B. vom lateinischen Gerundium die Bede sein wird; oder auch schon vorher die Bemerkung machen, dass „lobend = dicsérve“ nicht nur als J’articipia, sondern auch als Um­standswörter Gerundia gebraucht werden. Ich will auch nicht behaupten, dass: „lobend = dicsérve“ nicht richtiger Participium Imperfecti genannt werde, wie Heyse und Ihász dieselben in ihren Sprachlehren be­nannt haben; ich behaupte nur: um jener Verwirrung der Schüler, welche aus den verschiedenen Ter­minologien nothwendig hervorgehen muss, entgegen zu arbeiten; müsse man darauf bedacht sein: eine sich stets gleichbleibende Terminologie einzuführen. Von der Überzeugung der Notwendigkeit einer „sich immer gleichbleibenden Terminologie im vierfachen grammatikalischen Unterrichte“ ist ein natürlicher Übergang zum Wunsche: die für die Gy­mnasien bestimmten Grammatiken aller vier Sprachen möchten nach einer und derselben Terminologie abgefasst werden! — Denn wenn auch die Terminologie im Unterrichte sich gleich bleibend, der Ver­wirrung bei Gelegenheit des Unterrichtes selbst vorbeugt: so muss doch eine Verwirrung entstehen, wenn der Schüler zu Hause seine Sprachlehren aufschlägt, um das beim Unterricht Gehörte, Aufgefasste zu wiederholen; wenn er in denselben Sprachlehren eine andere, von einander und auch von jener, welche er in der Schule gehört hat, abweichende Terminologie findet. Z. B. in der Schule hat er gehört, di­csérve = lobend = laudans — tnawStv ist das Participium Praesentis; nun zu Hause findet er in der ungarischen Grammatik „dicsérve = lobend“ sei ein Umstandswort; in der lateinischen und griechischen findet er, es sei ein Participium Praesentis; in der deutschen aber findet er, es sei ein Participium Imperfecti. Kine nicht minder grosse Verwirrung verbreitet die in den Schulgrammatiken stattfindende Verschiedenheit der Zergliederung und Benennung der Endungen bei den Verba; welche Verschiedenheit bei der Analysis der Bestandtheile einer Verbenform, welche Analysis doch die Hauptsache ist, wenn der Schüler in der Formlehre der Arerba Festigkeit haben soll; hemmend und verwirrend wirkt, z. B. wenn in der lateinischen Grammatik diese Verbenform „laudavisti“ auf diese Art in ihre Bestandtheile zergliedert wird: „laud“ ist der Stamm; „a“ der Conjugations - Character; „v“ der Tempus - Character; „isti“ die Personal- Findung ; wo also die ganze Verbenform „laudavisti“ in 4 Bestandtheile zergliedert wird; die griechische Grammatik aber z. B. diese Verbenform „wyelxas“ auf folgende Art zergliedert: <lyyej. der Stamm; ^ der Conjugations - Character; * der Tempus - Charachter; « der Modus - Character; ? der Personen-Character; wo also die ganze Verbenform ausser dem Augment in 5 Bestandtheile zergliedert wird; so findet der Schüler in der lateinischen Analysis nur 4 Bestandtheile, in der griechischen aber ausser dem Augment 5 Bestandtheile und vielleicht sogar in verschiedener Terminologie ausgedrückt. In einer dritten Grammatik findet er vielleicht eine Verbenform nur in 2 Bestandtheile zergliedert z. B. die Verbenform „lobtest“ besteht nach Toepler aus dem Stamme „lob“ und der Endung „lest“; und wenn nun in allen \ier Sprachen eine nicht nur der Zahl, sondern auch der Terminologie nach verschiedene Zergliederung der Verbenform in ihre Bestandtheile stattfindet: so muss ja der Schüler verwirrt werden. Wenn man aber diesem Übel der Verwirrung abhelfen kann und will: warum sollte man diese Verschiedenheit der Zergliederung der Verbenformen nicht aus den Schulgrammatiken und aus dem Unter- lerrichte entfernen? und eine Gleichartigkeit auch in dieser Hinsicht einführen und feststellen? Möglich aber wäre hierin eine Gleichartigkeit der Zergliederung, nur müsste man den Zweck: ..der Zergliederungs- Verwirrung der Schüler entgegenzuarbeiten“ vor den Augen haltend, bereitwillig sein, die bisher gewöhnte Zergliederung aufzugeben, und eine gleichartige anzunehmen; wenn auch vielleicht hier oder dort eine Benennung eines Bestandtheiles ungewönlich oder auch nicht ganz richtig wäre, z. B.: Stamm Conjugations- Tempus- | Modus- j Personen­Character ■qyyflxug ayyel l Z a laudavisti laud a V i sti. lobetest lob e t e st. örültél örül I t é 1.

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