Ciszterci rend Nagy Lajos katolikus gimnáziuma, Pécs, 1857

22 griechische Sprache hat mit der Muttersprache, wie auch mit der Deutschen den bestimmten Artikel ge­meinsam. Dies ist der erste Punkt, welchen der griechische Artikel mit dem Artikel im Ungarischen und Deutschen gemeinsam hat; der zweite gemeinsame Punkt ist: dass der griechische Artikel auch vom Pro­nomen demonstrativum abgeleitet oder vielmehr, dass der Artikel ursprünglich das Pronomen demonstrativum war; der dritte gemeinsame Punkt ist: dass der griechische Artikel im Nominativ singular und plural, in dem Genus masculinum und femininum auch tonlos ist: ó, í, oi, at. Diese Punkte hat der griechische Artikel mit der magyarischen und deutschen Sprache gemeinsam. Die Genus-Endungen wie auch die Casus-Biegung aber habe sie nur mit der deutschen Sprache gemeinsam. Von beiden Sprachen aber weiche sie ab, indem sie keinen unbestimmten hat. — Wenn die Lehre vom Gebrauche des Artikels vorgetragen wird, wird der Lehrer auf dieselbe Weise die gemeinsamen, wie auch die abweichenden Punkte hervorheben. Aus dieser ausführlicher dargestellten Lehrmethode ist zu sehen, wie ich die besprochene Ver­gleichung der Lehrsätze über einen und denselben Gegenstand in allen vier Sprachen durchzuführen meine. Dass aber eine solche vergleichende Lehrmethode erfolgreich sei, und dein Erdrücken des Schülers vor- beuge, lehrt die Erfahrung; der Grund davon liegt in der Psychologie. Die Yergleichungspunkte nämlich sind gleichsam eben so viele Stützen für das Gedächtniss; sie sind für das Gedächtnissnetze eben so viele Verknüpfungsknoten, welche den einzelnen Fäden des Netzes Stärke und Kraft verleihen; und wenn dem Gedächtnisse des Schülers vielleicht schon Einiges in Betretr des einen oder des andern Lehrsatzes in den ihm schon bekannten Sprachen entfallen ist: so werden durch diese Vergleichungsmethode die ermatteten oder gänzlich erloschenen Farben des Bildes, welches seinem Gedächtnisse eingeprägt war, neuerdings belebt, aufgefrischt und erneuert. Ich will hier noch einige Lehrsätze in allen vier Sprachen mit einander vergleichen, aber nur kurz die gemeinsamen wie auch die abweichenden Punkte angeben; beim Unterricht selbst aber kann man ausführlicher auf dieselbe Weise verfahren, wie es mit dem Artikel geschehen ist. b) Das Hülfszeitwort Sein mit dem Infinitiv eines andern Zeitwortes hat im Deutschen die Bedeutung von „Können" und „Sollen"', z. B.: „Er ist im Garten zu finden“ das heisst „Man kann ihn im Garten lin­den“; oder: „Er ist im Garten zu suchen“, das heisst „Man soll ihn im Garten suchen“, ln der ungarischen Sprache findet keine Analogie statt; aber das griechische son, mit Infinitiv drückt das „Können“ aus, z. B.: „ovx tour tvQtív ßiov alvnov ovätvi.“ Doch mit dein Unterschiede, dass das Deutsche einen passiven Sinn, das Griechische aber einen activen hat; dass das Deutsche personel, das Griechische impersonel gebraucht wird; und wenn im Griechischen das Subject des Infinitivs angegeben wird, dasselbe entweder im Accu- sativ oder Dativ zu stehen kommt. Das oben angeführte Beispiel hat den Dativ oixhrC, im folgenden Beispiel ist es im AcCUSativ : „ovx tony tu ui'aaif oiiv Qatfv[i(cc rtc ziüv novovpxiov fit\ novi/accrrcis ).aßtiv.u Doch findet inan es auch personel, z. B. bei Homer: „fial xal om teio^tv.“ Ilias IX. 625 Epitome. Im Lateinischen hat auch „est“ manchmal dieselbe Bedeutung, besonders bei den Dichtern, z. B. Horacz : „Unde plus haurire est“ Sat. L. 1.2. 79. Cicero hat nach “est“ nicht den Infinitiv, sondern ut mit Conjunctiv: „Ille erat, ut odisset defensorem." Mil. 13. c) Die Verba reminiscendi haben gewöhnlich in der deutschen, lateinischen und griechischen Sprache den Genitiv. Im Deutschen aber gewönlicher den Accusaliv mit an; die lateinischen Verba: memini, re­cordor, reminiscor, bei Personen, an welche man sich erinnert, nur Ablativ mit d e ; die ungarische Sprache drückt alles dieses durch besondere Suffixen aus. d) Die Verba: „videtur", „rfo*«“, “es scheint“, „úgy látszik", haben in allen vier Sprachen das gemein­sam, dass die Verkürzung des mit diesen Yerba verbundenen Substantivsatzes mit „dass“, auf gleiche Weise geschieht. Nämlich das Subject des Substantivsatzes mit „dass", wird zum Subject der Verba „videtur", „Joxet“, „scheint", „látszik"; und das Verbum desselben Satzes steht in dem Infinitiv, z. B.: „videntur irasci," „óoxovai ogy(Ceoäai“ „Sie scheinen zu zürnen,“ „ök látszanak haragudni." — Das deutsche „scheinen“ und das magyarische “látszik" haben ferner das gemeinsam, dass sie auch ohne Infinitiv, mit „dass“, „hogy", und mit dem Verbum finitum construirt werden können, und dann sind „es scheint“ „úgy látszik“ impersonel, z. B. „Es scheint, dass sie zürnen;“ „úgy látszik, hogy haragusznak;“ in welchem Falle gewöhnlicher anstatt des “dass“, das „als" = „mintha“ mit Conjunctif imperfect, oder einer andern optativischen Zeitform einzu- treten pflegt, z. B. „Es scheint, als ob sie zürneten;“ „úgy látszik, mintha haragudnának." — Das lateinische

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