Folia Theologica 22. (2011)

Kuminetz Géza: Rechtliche, religonsphilosophische und psychologische Gesichtspunkte der Busse

RECHTLICHE, RELIGIONSPHILOSOPHISCHE ... 87 usw. Auf dieser Stufe wird das Schuldgefühl durch die Angst be­herrscht, nämlich durch die Angst vor den Folgen der begangenen Sünden besonders der äusseren Taten, dass dadurch unsere positive Beurteilung vor der Gesellschaft geringer wird. Auf dieser Stufe gibt es keine richtigen Schmerzen, es herrscht nur die Angst, dass wir die ge­rade bekannten Fehler wieder begehen werden. 2. Die Privatsphäre, das heisst die Stufe des privaten Lebens, wenn wir glauben, dass wir allein sind und von keinem gesehen werden, und wir unter diesen Umständen handeln oder mit uns selbst unterhalten. Auf dieser Stufe scheint das Schuldgefühl vor allem so, als ob wir den Weg, den wir früher als wahr gehalten haben, verhessen. Darum wird die Sünde hier nicht nur in Taten sondern auch in der Absicht hinter ihnen gewogen. Auf dieser Stufe ist das herrschende Gefühl nicht mehr die Angst son­dern die Schande, der Fall, das Unterliegensein, also das Bewusstsein, dass wir nicht immer auf der Höhe unserer Ideen und Idealen sind. Deshalb erscheint die Reue als Bitterkeit. 3. die Stufe des Erfahrens un­seres Menschenseins: das ist die Stufe der vollkommenen Aufrichtig­keit und der Erkenntnis, dass wir geschaffene Wesen sind und unsere Abhängigkeit von Gott auf eine beglückende Weise erleben, oder mit Schmerz erfüllt sind, wenn wir Ihn gekränkt haben, weil wir dadurch Ihre Liebe missbrauchten. Auf dieser Stufe gelangen wir zur Erfah­rung, dass wir durch die Sünde den heiligen und liebevollen Gott gekränkt haben. Hier bedeutet das wahre Motiv der Angst, des Schmerzen und der Qual die Beleidigung der geliebten Person. Im Zusammenhang mit dem Schuldgefühl müssen wir vor allem festlegen, dass es ausschliesslich der Mensch fühlt. Und zwar darum, weil er ein geistiges und über freien Willen verfügendes Wesen ist, es kann also die Ordnung des Kosmos genauer gesagt die der Moral beleidigen, und kann diese Beleidigung auffassen und dafür Verant­wortung übernehmen. Wir befassen uns nicht mit den pathologischen Formen,28 die hauptsächlich die geerbten Krankheiten und die erwor­benen schlechten Gewohnheiten verursachen, und wir befassen uns nicht einmal mit den pathologischen Formen des Loswerdens vom Schuldgefühl. Das gesunde Schuldgefühl oder das unversehrte Gewis­28 Uber die pathologischen Formen des Schuldgefühls siehe: Tringer, L., A bűntudat kóros formái [Pathologische Formen des Schuldgefühls] in Újat és régit. Szennay András főapát úr 80. születésnapjára [Neues und Altes. Zum 80. Geburtstag des Abtes András Szennay], Pannonhalma 2001. 207-220.

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