Folia Theologica 22. (2011)

Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission

DER PLURALISMUS DER RELIGIONEN ... 57 Körper, in der Kirche anwesend sein wird. Dadurch wird die Möglich­keit natürlich nicht ausgeschlossen, dass Gott in nur von ihm gekann­ten Wegen seine Gnade den Nichtchristen oder den zu anderen Re­ligionen gehörenden Menschen gibt. Obwohl bestimmte religiöse Elemente - die der Heilige Geist im Herzen der Menschen, in der Ge­schichte der Völker, in den Kulturen und den Religionen ausübt - ge­schätzt werden sollen, können wir diesen Elementen trotzdem keinen göttlichen Ursprung und keine Heilswirksamkeit beimessen, die gera­de für die christlichen Sakramente charakteristisch sind. Die Kirche ist das Mittel des Heils von der ganzen Menschheit, sie schliesst jedoch die relativistische Denkweise aus, die suggeriert, dass jede Religion gleich ist. Deshalb verkündet die Kirche ununterbrochen, dass Chris­tus der Weg und die Wahrheit und das Leben ist (Joh 14,6), in dem die Menschen die Erlösung und die Vollkommenheit des religiösen Le­bens finden.51 Das das neue Jahrtausend eröffnende apostolische Schreiben Novo millennio ineunte (2001) von Papst Johannes Paulus II betont die Wich­tigkeit des Dialogs mit den anderen Religionen auf die vom II. Vatika­nischen Konzil bezeichnete Weise. Die Christen müssen das vollkom­mene Zeugnis unter der grössten Berücksichtigung der Freiheit von allen darbieten. Die Botschaft des Evangeliums muss mit Mut verkün­det werden, denn sie kann nicht durch den Dialog ersetzt werden, und man darf keine Angst haben, dass das ein Angriff gegen die Identität der anderen sein könnte. Neben dem Engagement für die Mission ist jedoch auch die für das Schweigen innerlich bereitwillige Gesinnung not­wendig, denn „der Wind weht, wo er will" (Joh 3, 8), und der Geist Gottes erweckt nicht selten in der universellen Erfahrung des Men­schen - trotz dessen mannigfältiger Widersprüche - die Zeichen seiner Anwesenheit, die auch den Jüngern von Christus behilflich sein kön­nen.52 51 Kongregation für die Glaubenslehre, Dominus lesus 20-22. Siehe noch: Gesù Cristo e l'unicità della mediazione, Cinisello Balsamo 2000. 52 Vgl. Novo millennio ineunte 55-56. Siehe noch: Päpstlicher Rat für Interre­ligiösen Dialog, Anleitung von der Verkündigung des Evangeliums und vom Dialog zwischen den Religionen, in Dialog und Verkündigung (19 Mai 1991): AAS 84 (1992) 444.

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