Folia Theologica 22. (2011)

Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission

56 Mihály KRÁNITZ auch die Wahrheit auf.47 In dieser Hinsicht tritt die Erklärung Domine Jesus (2000) entschieden für die Durchsetzung der Wahrheit ein: „Die Wurzeln dieser Auffassungen sind in einigen Voraussetzungen philosophischer wie auch theologischer Natur zu suchen, die dem Ver­ständnis und der Annahme der geoffenbarten Wahrheit entgegenste­hen." (4) Nach der Erklärung verbreitete sich die Ansicht, dass die göttliche Wahrheit unfassbar ist. Und die relativistische Auffassung sagt: was für den einen wahr ist, kann dem anderen nich wahr sein. Oft wird die westliche Logik un die östliche symbolische Denkweise gegenübergestellt, oder es wird versucht, ohne Berücksichtigung un­terschiedliche philosophische und religiöse Ansichten mit der christli­chen Wahrheit übereinzustimmen. Am liebsten ist jedoch das Verhal­ten zu vermeiden, das die Heilige Schrift unabhängig vom Lehramt und von der Tradition der Kirche erklärt wird.48 Die theologische Arbeit, die die Theologen ausüben, ist ausseror­dentlich wichtig, und sie wird auch von der Kongregation für Glau­benslehre ermutigt, denn sie trägt zu einem tieferen Verständnis Got­tes Heilsplans mit der Welt und der Menschheit bei.49 Es wird jedoch vollkommen ausgeschlossen, dass die christlichen Wahrheiten im In­teresse der Förderung des interreligiösen Dialogs beeintächtigt wer­den: „Diese Glaubenswahrheit nimmt nichts von der Tatsache weg, dass die Kirche die Religionen der Welt mit aufrichtiger Ehrfurcht be­trachtet, schließt aber zugleich radikal jene Mentalität des Indifferen­tismus aus, die durchdrungen ist von einem religiösen Relativismus, der zur Annahme führt, dass eine Religion gleich viel gilt wie die an­dere."50 Der sechste Kapitel der Erklärung Dominus lesus analysiert das Ver­hältnis der Kirche zu den anderen Religionen aus dem Standpunkt des Heils. Hier wird vor allem ausgesprochen, dass die Kirche zum Heil notwendig ist, weil das Gottes Absicht ist. Er hat nämlich Christus als Vermittler und als den Weg des Heils gesandt, der für uns in seinem 47 Internationale Theologenkommission, Das Christentum und die Religionen 13. 48 Kongregation für die Glaubenslehre, Dominus lesus 4. 49 Vgl. Sesboüé, B., Jésus-Christ l'unique médiateur, Paris 1991. Geffré, Cl., La singularité du christianisme à l'âge du pluralisme religeux, in Penser la foi. Recherches en théologie aujourd’hui (Mélanges offerts à Joseph Moingt), Paris 1993. 351-369. 50 Kongregation für die Glaubenslehre, Dominus lesus 4.

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