Folia Theologica 22. (2011)

Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission

DER PLURALISMUS DER RELIGIONEN ... 45 den Gesichtspunkte: 1) das Heil der Personen ausser der Kirche; 2) die authentischen Werte bei den Nichtchristen und in ihren religiösen Traditionen; 3) die Würdigung der Werte seitens der Kirche und das infolgedessen gestaltete Verhalten mit den religiösen Traditionen und ihren Mitgliedern. In einem bestimmten Sinne berücksichtigte das Konzil zur gleichen Zeit die „Theorie der Erfüllung" und die Theorie der Vertreter der „Anwesenheit des Mysteriums Christi" in den ausge­arbeiteten Texten. Einige Theologen halten jedoch, dass das Konzil, ob­wohl es im Verhalten der Katholiken im Zusammenhang von anderen Glauben eine bedeutende Wendung gebracht hatte, blieb trotzdem eine Art „dauerhafte Widerspruch" gegenüber der Wirkungsstufe der Wahrheit und Gnade in den Religionen.21 Die Enzyklik Ecclesiam suam (1964)22 von Papst Paulus VI. erschien zwischen den zweiten und dritten Tagung des II. Vatikanischen Konzils. Darin steht zum ersten Mal der „Dialog" (im ursprünglichen Text collocjium) nach dem vom Konzil erwünschten Programm der kirchlichen Erneuerung. Der Papst erörtert, dass die Geschichte des Heils eine Geschichte des Dialogs von Gott und vom menschlichen Geschlecht ist, und die Aufgabe der Kirche besteht darin, diesen Dialog fortzusetzen. Die Kirche will jetzt mit der ganzen Welt einen Dialog führen, und zwar den konzentrischen Kreisen ähnlich auf vier Gebieten: Dialog mit der Welt, Dialog mit den Mitgliedern von an­deren Religionen, Dialog mit anderen Christen und zum Schluss Dialog mit der Kirche selbst.23 Das Grunddokument der Selbstbestimmung der Kirche war im II. Vatikanischen Konzil die dogmatische Konstitution Lumen gentium. Sie erklärt von der Beziehung zwischen der Kirche und den nicht katholi­schen Christen: „Diejenigen endlich, die das Evangelium noch nicht 21 Knitter, P, F., No Other Name? A Critical Survey of Christian Attitudes towards the World Religions, New York 1985. 124. Rahner betrachtet in seiner Schät­zung die Behauptungen mit dem Heil der Nichtchristen und dem interreli­giösen Dialog als erfoglreich, hält sie jedoch für mangelhaft, denn bei der Erwähnung der einzelnene Religionen gibt es keinen Optimismus, der im allgemeinen bei dem Heil der Menschen zu finden ist. Siehe: Über die Heils­bedeutung der nichtchristlichen Religionen, in Schriften zur Theologie, XIII. Ein­siedeln 1978. 341-350.b. 22 AAS 56 (1964) 609-659. 23 Ähnliche vier konzentrische Kreise des Dialogs erscheinen in der Konstitu­tion Gaudium et spes (GS 92), die auf dem Niveau des Dialogs eine Magna Charta des Konzils ist.

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