Folia Theologica 22. (2011)
Kránitz Mihály: Der Pluralismus der Religionen aus dem Gesichtspunkt der Mission
46 Mihály KRÁNITZ empfangen haben, sind auf das Gottesvolk auf verschiedene Weise hingeordnet. Aber auch den anderen, die in Schatten und Bildern den unbekannten Gott suchen, auch solchen ist Gott nicht ferne, da er allen Leben und Atem und alles gibt (vgl. Apg 17,25-28) und als Erlöser will, daß alle Menschen gerettet werden (vgl. 1 Tim 2,4). Wer nämlich das Evangelium Christi und seine Kirche ohne Schuld nicht kennt, Gott aber aus ehrlichem Herzen sucht, seinen im Anruf des Gewissens erkannten Willen unter dem Einfluß der Gnade in der Tat zu erfüllen trachtet, kann das ewige Heil erlangen. Die göttliche Vorsehung verweigert auch denen das zum Heil Notwendige nicht, die ohne Schuld noch nicht zur ausdrücklichen Anerkennung Gottes gekommen sind, jedoch, nicht ohne die göttliche Gnade, ein rechtes Leben zu führen sich bemühen. Was sich nämlich an Gutem und Wahrem bei ihnen findet, wird von der Kirche als Vorbereitung für die Frohbotschaft und als Gabe dessen geschätzt, der jeden Menschen erleuchtet, damit er schließlich das Leben habe" (LG 16).24 Das Konzil machte bezüglich des Mysterium des Heils des Menschen im Artikel 22. der pastoralen Konstitution Gaudium et spes vielleicht die schönste Feststellung im Zusammenhang des Heils derjenigen, die sich mit dem Christentum aus irgendeinem Grund nicht getroffen haben. Die Konstitution breitet durch ihre weite christologi- sche, soteriologische und pneumatologische Erläuterung das von den Christen Gesagte auf alle Menschen mit Wohlwollen aus: „Das gilt nicht nur für die Christgläubigen, sondern für alle Menschen guten Willens, in deren Herzen die Gnade unsichtbar wirkt. Da nämlich Christus für alle gestorben ist und da es in Wahrheit nur eine letzte Berufung des Menschen gibt, die göttliche, müssen wir festhalten, dass der Heilige Geist allen die Möglichkeit anbietet, diesem österlichen Geheimnis in einer Gott bekannten Weise verbunden zu sein".25 In einer der wichtigsten Erklärungen des II. Vatikanischen Konzils, der Dignitatis humanae (1965) handelt es sich um die Religionsfreiheit. Die Erfahrung und das Problem unseres modernen Zeitalters ist es, wie sich die Christen mit anderen Gläubigen verhalten sollen, die zu anderen religiösen Traditionen gehören und in der Gesellschaft verlangen, ihren Glauben frei zu äussern. Das II. Vatikanische Konzil hat 24 Lumen gentium 16. 25 Gaudium et spes 22; Der lateinische Text lautet so: „paschali mysterio consocientur".