Folia Theologica 22. (2011)

Török Csaba: Inkulturation. Möglichkeiten und Grenzen eines Paradigmas II.

142 Csaba TOROK Postulaten"27 bestimmt sind. Diese Postulate können in zwei Kategorien eingeordnet werden: 1. Existentielle fundamentale kulturelle Postulate: solche Grundbehaup­tungen, die die Natur der Welt und des Menschen betreffen (Weltan­schauung). 2. Normative fundamentale kulturelle Postulate: Grundbehauptungen über die Güte bzw. Ungüte der Dinge, die beschreiben, was zu tun und was zu vermeiden ist (Ethik28). Diese Postulate bedeuten das verborgene Fundament der Kultur, das nie direkt, sondern nur unter verschiedenen Erscheinungsformen wahrnehmbar ist. Das konkrete Leben, Denken und Handeln des Mit­glieds der Kultur wird von den verschiedenen Modellen („patterns") beeinflusst, die in einem gewissen Sinne die Konkretisierung und Ak­tualisierung der Postulate bedeuten. Diese Modelle kann man in zwei Kategorien einordnen29: 1. Ideale Modelle: solche Modelle, die das Denken, das Sprechen, das Tun der Menschen ihrer Kultur gemäß beeinflussen (generelle Menta­litätsmodelle). 2. Verhaltensmodelle: solche Modelle, die das aktuelle Handeln des Subjektes in einer partikularen Situation beeinflussen (konkrete Ver­haltensmodelle). Die idealen Modelle stehen generell mit den existentiellen funda­mentalen kulturellen Postulaten, die Verhaltensmodelle aber mit den normativen fundamentalen kulturellen Postulaten in Verbindung, ob­wohl man sich auch bewusst sein muss, dass im Netzwerk der Kultur auch bestimmte Kreuzbeziehungen (z. B. der Einfluss von existentiel­27 Siehe Hoebel, E.A., Anthropology: The Study of Man, New York 1966. 23; vgl. Dhavamony, M., Christian Theology of Inculturation, 24. 28 Zum Thema siehe Mondin, B., Filosofia della cultura e dei valori (Problemi dei nostro tempo Nr. 87), Milano 1994. 123-134. 29 Siehe Kluckhohn, e, Patterning in Navaho Culture, in Spier, L. (ed.), Language, Culture and Personality, Menasha (Wise.) 1941. 109-130; vgl. Dhavamony, M., Christian Theology of Inculturation, 23. Diese Modelle kön­nen in die folgenden Unterkategorien eingeteilt werden: 1) „compulsory": ein einziges Modell ist kulturell akzeptiert; 2) „preferred": eins von den Modellen ist höher geschätzt als die anderen; 3) „typical“: eins von den Modellen ist öfter gebraucht als die anderen; 4) „alternative“: Es gibt mehrere Modelle, unter denen keine Differenz hinsichtlich Wertschätzung oder Intensivität des Gebrauchs besteht; 5) „restricted": Einige Modelle sind nur für eine bestimmte Gruppe der Gesellschaft erlaubt.

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