Folia Theologica 22. (2011)

Török Csaba: Inkulturation. Möglichkeiten und Grenzen eines Paradigmas II.

132 Csaba TOROK Christus - Menschheit Kirche - Kultur Einmaliges heilsgeschichtliches Ereignis Unaufhörende dialogische Beziehung Präexistenz des Fleischwerdenden Koexistenz des Inkulturierenden Jesus als radikaler Bruch, Trennung Kulturelle Konkordanztendenzen Wir wissen, dass jede Analogie nur teilweise wahr und berechtigt ist, vor allem wenn es um das Göttliche geht - „semper maior dissimili­tudo" -, aber in der Inkulturation muss man mit irdischen Wirklichkei­ten rechnen: Wir reden nicht direkt von Gott, sondern über den Dialog der Christusgläubigen, des Glaubens, der Kirche mit den verschiede­nen Kulturen. Das, was man aus dem Mysterium der Fleischwerdung Gottes ableiten kann, wird nicht ohne Vorbehalt auf die Ebene des in­terkulturellen Dialogs oder des kulturellen Dialogs der Kirche über­tragbar sein. Jesus existiert ohne sein Menschsein - aber die Kirche existiert nur und ausschließlich in einer konkreten Kultur. Daher wird klar, dass die Wahrheit Christi oder besser gesagt Christus die Wahr­heit kulturunabhängig ist, aber die von der Kirche in Worte gefasste Wahrheit kann sich nie von dem Einfluss der Kultur befreien.4 Jedes Wort, jede artikulierte Stimme, jeder Begriff, jede nicht ausgesagte Idee, und wohl auch die nur unreflektiert, durch Intuition geahnten Wirklichkeiten sind kulturell bestimmt. Augustinus sagte, dass der Mensch nicht ohne Worte denken kann. Auch wenn er allein ist und in sich denkt, spricht er in Wirklichkeit mit sich selbst, er auto-kommu­4 Selbst das Wort Gottes wurde in einer Kultur zum Ausdruck gebracht. Des­halb ist es wenig sinnvoll, von einer „kulturfreien", abstrakten christlichen Botschaft zu reden. Anderseits wird die christliche Botschaft eben in ihrer Bestimmtheit fähig, mit der zeitlichen Wirklichkeit des menschlichen Da­seins einen Dialog zu führen, sie zu interpretieren und zu beurteilen. Siehe CEI, Il rinnovamento della catechesi (2 feb. 1970): Enchiridion della Conferenza Episcopale Italiam, I. Bologna 1985. 2362-2973, nr. 16: „La Chiesa, pertanto, non proclama un'astratta ideológia, ma la parola che si è fatta carne in Cris- to, Figlio di Dio, maestro e redentore di tutti gli uomini. (...) Né puô esimer- si, per il mandato ricevuto da Cristo, dal confrontare con la parola e con il di- segno di Dio la realtà mutevoli della storia, per interpretarle e giudicarle nella luce del medesimo Spirito, secondo le esigenze del regno di Dio ehe viene."

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