Folia Theologica 21. (2010)

Török Csaba: Inkulturation. Möglichkeiten und Grenzen eines Paradigmas I.

132 Csaba TOROK dem großen Abenteuer der Inkulturation hingibt, in Synergie mit der ganzen universalen Kirche einen starken und gut fundierten sensus fidei in sich entwickelt, der später als Norm und Kontrolle des ganzen Prozesses dienen kann. Aber die wichtigste Voraussetzung besteht eben darin, dass man mit der gleichen Offenheit und Opferbereitschaft wie Christus diese Auf­gabe übernimmt - wohl wissend, dass dieser Weg manchmal zum Kreuze führen kann, durch das die Auferstehung, die neue Schöpfung erreicht wird.32 3. Die Kontexte der Inkulturation33 Die Inkulturation bedeutet einen komplexen Prozess, der dort zus­tande kommt, wo eine kulturell bestimmte Gestalt des Glaubens34 und eine fremde Kultur sich begegnen, wobei die Botschaft des Evange­liums an die fremde Kultur verkündet wird. An dieser Stelle ist klar, dass die Inkulturation nicht nur mit der Enkulturation, sondern auch mit der Akkuituration35 in enger Verbindung steht, sie präsentiert näm­lich eine ganze Reihe von interkulturellen Problemen, die ein echtes Netzwerk formen, in dem die Kirche und die von ihr überlieferte evan­gelische Botschaft mit dem konkreten Kontext ins Zwiegespräch ge­32 „La missione percorre questa stessa via [den Weg der Kenosis] e ha il suo punto di arrivo ai piedi della croce. Al missionario è chiesto «di rinunziare a se stesso e a tutto quello che in precedenza possedeva in proprio e a farsi tutto a tutti»: nella povertà che lo rende libero per il vangelo, nel distacco da persone e beni del proprio ambiente per farsi fratello di coloro ai quali è mandato, onde portare a essi il Cristo salvatore. È a questo che è finalizza- ta la spiritualité del missionario: «Mi sono fatto debole con i deboli (...); mi sono fatto tutto a tutti, per salvare a ogni costo qualcuno. Tutto io faccio per il vangelo (...)» (ICor 9,22)." - Johannes Paul II., Redemptoris Missio, nr. 88. Vgl. auch Amaladoss, M. M., Inculturation and Tasks of Mission, 124. 33 Über das Thema siehe Amaladoss, M. M., Inculturation and Tasks of Mission, 117-119. 34 Jede Form des christlichen Glaubens ist schon „inkulturiert", d.h. wenn ein Missionar das Wort Gottes in einer nicht-christlichen Kultur verkündigt, tut er das nicht nur als der Vertreter der Kirche, sondern auch als Mitglied, Vertreter einer Kultur. Der Glaube existiert nicht in einer kulturfreien, puren Gestalt. Siehe dazu Crowe, D., Consultation on Inculturation, in EAPR 3 (1981) 142-154,148f. 35 D. h. „Kulturkontakt".

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