Folia Theologica 18. (2007)

Imre Koncsik: Synergetische Hermeneutik - Grundlagen und Perspektiven

94 I. KONCSIK haupt legitim ist - sind Indikatoren von Phänomenen, die erst durch eine synergetischen Beschreibung einer hinreichenden Deutung zu­geführt werden können32. Die Bildung von Resonanzen und Reprä­sentationen wird übrigens bis in den sozialen Bereich hinein fortge­setzt, wobei hier die Sprache das neuronale "Feuern" und komplette Gehirne die Neuronen ersetzen: sozial vermittelt vermag die Menschheit daher auf einem kollektiven Wissensschatz aufbauend zu sukzessiv höherwertiger, weil informationshaltigerer und kom­plexerer Erkenntnis voran zu schreiten. Kurzer physikalischer Hinweis: Prigogine, Görnitz und Rössler Die frappanten Äquivalenzen der nun deutlicher hervor treten­den synergetischen Wirkprinzipien der Wirklichkeit zu physikali­schen Befunden sollen nur kurz angedeutet werden. Ein gegenwär­tiger Reflexionsfokus der Grundlagenforschung liegt in der mög­lichst korrekten Abbildung physikalischer Grundkräfte in einem konsistenten formalen System von mathematisch-logischen Aussa­gen. Eine mögliche konsensual abgesegnete einheitliche Deduktion der vier (bzw. mit der dunklen Energie / Vakuumkraft fünf) Wech- selwirkungs- und Interaktionsformen resp. Grundkräfte der Natur aus einer einzigen Urkraft bzw. Ur-wechselwirkung soll die Rah­menbedingungen klären, unter denen eine synergetische Interak­tion schöpferisch statt finden kann. Zwischen dem Extrem, dass eine potentielle „Form" die Morpho­genese a priori diktiert (wie in einigen Science Fiction - Filmen wie „Transformers") und dem Extrem, dass die Materie ihre Gestaltwer­dung selbst besorgt und somit der innere energetische Drang zur Reorganisation allein die Motivation zur Autogenese fundiert, gilt es die „goldene Mitte" zu wahren: die mutuale Interaktion zwi­schen einem formalen/informellen und materialen/energetischen 32 Das ist übrigens wohl der entscheidende Unterschied zu einer Deutung des Gehirns nach dem Schema Hardware - Software: solange keine sich selbst organisierende Software konstruiert wird, deren „Effekte“ nicht prognosti­zierbar, sondern nur in einer Retrogenese zugänglich werden (ein klassisches Signum evolutiver Interpretationen), solange sich demnach nicht „freie Pro­grammelemente“ spontan zu einem neuen Ensemble zusammen finden, bleibt jede Bemühung der Künstlichen Intelligenz vorläufig und mangelhaft.

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