Folia Theologica 18. (2007)
István Ancsin: Die Hoffnung Aaf das Heil bei Hans Urs von Balthasar
DIE HOFFNUNG AUF DAS HEIL BEI H. U. V. BALTHASAR 33 stellte Frage, ob "Hoffnung nicht trügen kann", hier aus einem anderen Aspekt eine Antwort zu geben. Balthasar stellt von der allgemeinmenschlichen Erfahrung ausgehend kritisch die Frage: ,,[W]enn wir auf die Grenzsituationen innerweltlicher Dramatik zurückblicken: läßt sich dann von diesen her wirklich vermuten, daß die Menschen, in der undurchsichtigen Not dieser Welt lebend, einst endgültig in zwei Kategorien - ewig Erwählte und ewig Verworfene - eingeteilt werden können?"68 Er konstatiert mit Akzeptanz, daß es gar nicht so selbstverständlich und einfach ist, „im Widerspruch zwischen endgültigem Sinnentwerfen und Gewißheit des Todes" den Weg zum absolut Guten finden zu können, und aus diesem Grund ist es nicht akzeptabel, „die Weigerung einer Sinnfindung [...] und die [...] Zuwendung an das einzig erreichbare Endliche als dämonisch zu brandmarken"69. Das hier Gesagte soll natürlich keinesfalls heißen, daß Balthasar das gesuchte Ziel des Menschen relativieren will, aber durchaus, daß die Kirche „angesichts der epochalen Bewußtseinsverschiebungen"70 die alte Gerichtseschatologie kritisch befragend neu durchdenken müßte. Obwohl Balthasar die Hölle als Zustand des definitiven Heilsverlustes für eine reale Möglichkeit hielt, öfters hat er betont, daß das Lehramt der katholischen Kirche noch keinen einzigen Menschen für verdammt erklärt hat. Diesbezüglich betont Jan-Heiner Tück: „In der Überwindung des heilspessimistischen Erbes samt der dazugehörigen Drohpastoral dürfte eine der wegweisendsten Impulse der Balthasarschen Theologie liegen"71. Auf die Frage, wie die unmeßbare Sünde der bisherigen und zukünftigen Menschheit beglichen werden könnte, würde aus Balthasars Sicht eine ewige Verdammnis ohnehin die Verdienste Christi relativieren, zumindest aber mindern. Darum kann es aber nicht gehen. Das Kreuz mit der stellvertretenden Sühne Christi ist nicht nur ein Ereignis aus Jesu Erlösungswerk, sondern für Balthasar das Ereignis schlechthin. Nach der Meinung Reinhold Schwagers aber betont Balthasar so stark, daß „Christus am Kreuz mit der ganzen 68 TD IV, 172. 69 TD IV, 172. 70 TD IV, 172. 71 TÜCK, J-H.: Drama zwischen Gott und Mensch. Zur bleibenden Aktualität Hans Urs von Balthasars. In: HerKorr 59 (8/2005), 392.