Folia Theologica 18. (2007)

Mihály Kránitz: Heilige Elisabeth (1207-1231) als Vertreter des Treffens der verschiedenen christlichen Kulturen in Thüringen im 13. Jahrhundert

HEILIGE ELISABETH ALS VERTRETER DES TREFFENS 123 Innerhalb der Kirche erschienen und hatten die Bettelorden - Franziskaner und Dominikaner - eine grosse Rolle. So sind Armut und Gehorsam als eine solidarische demokratische Bestrebung ge­boren. Daneben entwickelte sich in den führenden Kreisen der Ge­sellschaft die monarchistische Konzentration der Macht. Das ist eine Epoche der Veränderung und der Erneuerung. Die Entwick­lung der Erziehung und des Unterrichtes, die Gründung und Ver­breitung der Schulen und Universitäten brachten Konfraternitäten, Gemeinschaften neben den Institutionen zustande.17 Am Anfang des 13. Jahrhunderts ist das neue europäische Men­schenideal, der kämpfende Ritter schon erschienen, der das Chri­stentum mit Waffen schützt und verbreitet. Die theokratische päpstliche Autorität, diese imposante Ordnung bewegt ungeheure Kräfte, aber infolge der Kreuzzüge hat sie auch riesiege Gegensätze geschaffen. 4. Das Zeitalter der sozialen Spannungen Im Mittelpunkt des späten Mittelalters vom 12. bis zum 14. Jahr­hundert stand das soziale Problem. Das Volk wird entdeckt, und auch es entdeckt sich selbst. Die gesellschaftlichen Rahmen der Familie, des Grossgrundbesitzes und der Knechtschaft werden immer lockerer, und vor den Augen des Menschen erscheint die Hoffnung der gesell­schaftlichen Erhebung, der Geist der Entwicklung. Dieses existentielle Gefühl kann man jedoch vorläufig nur in den schützenden Rahmen der Gemeinschaften erfahren. Das 13. Jahrhundert war nicht nur das Jahrhundert der Universitäten sondern auch das der Zünfte. Die neu­en Ideen, Formen und Strukturen zeigen schon in die Neuzeit. Das europäische Christentum beginnt erst im 12. Jahrhundert in der Welt herumzuschauen. Zu dieser Zeit ergreift das Königtum die absolute Macht zu sich, und baut seine eigene Beamtenstruktur aus. Das Gesellschaftsmodell von dreifachen Gliederung, wo die wirtschaftliche Macht den Gutsherrn gehört, die politische den Sol­daten und die spirituelle der Kirche, zerfällt, denn der ihm zugrun­17 Histoire du Christianisme 5, sous la direction de MAYEUR, J.-M. - PIETRI, CH. ET L. - VAUCHEZ, A. -VENARD, M., Apogée de la papauté et expan­sion de la chrétienté 1054-1274, Desclée, Paris 1993, (La religion volontaire: pp. 856-862).

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