Folia Theologica 18. (2007)

Mihály Kránitz: Heilige Elisabeth (1207-1231) als Vertreter des Treffens der verschiedenen christlichen Kulturen in Thüringen im 13. Jahrhundert

124 M. KRANITZ de liegende Geist des Dienens wird leer und funktioniert nicht mehr.18 Der Begriff Intelligenz bezieht sich im Mittelalter auf die Kleri­ker und auf ihre Lebensform, die aus irgendwelchem kirchlichen Gut leben, studieren, unterrichten, zuerst in den Schulen der Städ­te, dann an den sich herausbildenden und immer stärker werden­den Universitäten. Gegenüber dem grenzenlosen und einseitigen Reichtum verkün­deten die Ketzer die Armut, die Idee und Praktik der urchristlichen Einfachheit. Trotz ihrer Irrtüme hatten sie viele Nachfolger. In seinen Predigten griffen sie sogar die Kirche und den Staat an. Um sie auszu­gleichen, ist einerseits die Inquisition, andererseits die neuen Bettelor­den, die Dominikaner und Franziskaner aufgetreten, die mit den Ar­men solidarisch waren aber die Orthodoxie immer wieder bewahrten. An der Wende der 12-13. Jahrhunderte sind auch in Ungarn we­sentliche Veränderungen erfolgt. Die Verbreitung des Grossgrund­besitzes, das Festungssystem und die dazu gehörende gesellschaft­liche Struktur öffnete eine neue Perspektive. Der ungarische Mensch war zu dieser Zeit religiös, hatte aber auch eine grobe, we­niger gebildete Gesinnung. In Ungarn herrscht ein richtiges Mittel- alter, die Zeit der Gegensätze. Die Ungarn sind schon ihrer Natur nach nicht fanatisch, nicht schwärmerisch. Sie sind von der Idee der Kreuzzüge begeistert, aber die Bewegung der Flagellanten hat nur vorübergehend einen kleinen Erfolg. Bei Erörterung dieser Er­scheinungen müssen die spirituellen Faktoren berücksichtigt, und ausser der theologischen, soziologischen und wirtschaftlichen Me­thoden auch mit Hilfe der Sozialpsychologie untersucht werden. 5. Die (Re)inkarnation der heiligen Elisabeth im 20. Jahrhundert: Mutter Teresa von Kalkutta Hier möchte ich nur sehr kurz auf Mutter Teresa hinweisen, die den grössten Teil ihres Lebens in Kalkutta, in Indien verbrachte, und die die heilige Elisabeth des 20. Jahrhunderts genannt werden darf. Die Indier kennen ihr Leben bestimmt besser als ich, aber 18 Vgl. ZIMMERMANN, H., Das Papsttum im Mittelalter. Eine Papstgeschich­te im Spiegel der Historiographie, Ulmer Verlag, Stuttgart 1981.

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