Folia Theologica 18. (2007)
Mihály Kránitz: Heilige Elisabeth (1207-1231) als Vertreter des Treffens der verschiedenen christlichen Kulturen in Thüringen im 13. Jahrhundert
FOLIA THEOLOGICA 18 (2007) 113 Mihály KRÁNITZ HEILIGE ELISABETH (1207-1231) ALS VERTRETER DES TREFFENS DER VERSCHIEDENEN CHRISTLICHEN KULTUREN IN THÜRINGEN IM 13. JAHRHUNDERT1 Einführung In Ungarn und auch in Deutschland ist 2007 das Jahr der Heiligen Elisabeth, die im damaligen Ungarn als die Tochter von Endre II. und Gertrud von Meranien geboren ist.1 2 Zu dieser Zeit sind die christlichen Länder in Europa schon stark geworden, der unterschiedliche Kulturkreis bereitete jedoch auch innerhalb des Christentums oft eine grosse Spannung. Es ist die Aufgabe sowohl der Kirche als auch der Familie, den christlichen Glauben zu übergeben. In der wahren Annahme und Verarbeitung der Tradition spielen aber die Vorbilder eine wesentliche Rolle. Westeuropa war schon immer einige Jahrhunderte den Ländern Mittel- und Osteuropas vorangegangen, wo die Aufhebung der heidnischen Verhältnisse und das Verwurzeln des Christentums eine längere Zeit dauerte. Während die kirchliche Struktur im Westen schon in ein festes Gesellschaftssystem eingebettet wurde, brauchte man im östlichen Teil von Europa und besonders in Ungarn mehr Zeit, die Sitten und Bräuche der nomadischen Magyaren, d. h. Ungarn zu zähmen und nach dem christlichen Glauben zu verwandeln. 1 Dieser Vortrag fand am 22. Februar 2007 an der Konferenz mit dem Titel Translating Cultures von Universität von Mumbai (Indien) statt. 2 HEILAND-JUSTI, W., Elisabeth: Königstochter von Ungarn, Landgreifin von Thüringen, und Heilige, Kunstverlag Fink, Lindenberg 2007; KOCH, U., Die Kraft der Liebe: Begegnungen mit Elisabeth von Thüringen, Giessen, Brunnen 2007; Elisabeth von Thüringen. Rebellin und Heilige DVD-Film, Lahn, Giessen 2007; BADER, W. (Hrsg.), Die Menschen froh machen: Vier Wochen mit... Elisabeth von Thüringen, Neue Stadt, Oberpframmen 2007.