Folia Theologica 16. (2005)

Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn

LANGE TURKENKRIEG IN UNGARN 191 und Persien Verbündete. Man kann diesen Eifer in gewisser Weise außerordentlich nennen, dennoch ist die Bemerkung von Peter Bartl richtig: „Der Außenpolitik Papst Clemens' VIII. (1592-1605) können Erfolge nicht abgesprochen werden: Ihm gelang die Aussöhnung mit Heinrich IV. von Frankreich (1595), der Abschluss der Union von Brest (1596), die Vermittlung des Friedens von Ver- vins zwischen Frankreich und Spanien (1598) und im gleichen Jahre die Vereinigung Ferraras mit dem Kirchenstaat. Auf einem Gebiet hatte der Papst allerdings keinen Erfolg, in seiner Tür­kenpolitik, obzvohl er sic mit nicht minder großem Eifer be­trieb".42 Warum er in diesem Bereich keinen Erfolg hatte, ist nicht so ein­fach zu beantworten. Die ganze politische Lage war in Europa zu unruhig. Die Staaten wollten eher ihre eigene innere und äußere Ruhe finden, um ihre eigenen Spannungen zu beenden. Frankreich musste erst seinen König anerkennen lassen. Ein weiteres „Extra" der Zeit war es, dass die Reformation die „negotii" noch schwerer machte; so kam u. a. das protestantische England bei den Ligaplä­nen aus Prinzip nicht zur Frage. Die Länder der Habsburger hatten auch deswegen große innere Spannungen. Einige protestantisch gewordene Fürsten stieß ihr Katholikenhass sowohl in Deutschland als auch in anderen Ländern in das türkische Lager.43 ln dieser in­stabilen Situation versuchte Clemens V11L, gegen die Türken einen gemeinsamen Kampf auszurufen. 42 BARTL P., Der Türkenkrieg: Ein zentrales Thema der Hauptinstruktionen und der Politik Clemens' VIII. In: Das Papsttum, die Christenheit und die Staaten Europas 1592-1605, Forschungen zu den Hauptinstruktionen Cle­mens' VIII. Von S. ANDRETTA ... Hrsg, von G. LUTZ. Tübingen 1994. (= Bibliothek des Deutschen historischen Instituts in Rom 66.) 67-76. Cit. 67. 43 MATHAUS-VOLTOLINI L. F„ CAV., Die Beteiligung des Papstes Clemens VIII. an der Bekämpfung der Türken in den Jahren 1593-1595. In: Römische Quartalschrift für christliche Alterthumskunde und für Kirchengeschichte, Rom (= Römische Quartalschrift für christliche Altertumskunde und für Kir­chengeschichte, Freiburg i. Br.) (RömQ) 15 (1901) Teil 1: 303-326.: Teil 2: 412-424. Cit. 306f.

Next

/
Oldalképek
Tartalom