Folia Theologica 16. (2005)
Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn
LANGE TURKENKRIEG IN UNGARN 181 Er, Cinzio und der andere Kirchliche, Pietro, leiteten das Staatssekretariat unter Clemens V111. Cinzio führte die Angelegenheiten, die das osmanische Kriegsgebiet betrafen, Pietro war für die westliche Hälfte Europas verantwortlich. Gian Francesco machte seine Karriere auch unter demselben Papst, er kämpfte als General der Kirche. Der vierte Aldobrandini ist lacopo. Er war am wenigsten unmittelbar vom Türkenkrieg betroffen. Er diente als Nuntius in Neapel. 1.1. Cinzio Kardinal (Passeri) Aldobrandini (1551-1610) Cinzio spielte in der Kurie eine besondere Rolle, die K. Jaitner mit dem Begriff „Drama" bezeichnete.11 Er ist 155112 in Senigallia als Sohn von Aurelio Passeri und Elisabetta Aldobrandini geboren. Seine Mutter war die Schwester des künftigen Papstes, womit er zwar sein Neffe war, aber ursprünglich nicht Aldobrandini sondern Passeri hieß. Wann er den Namen Aldobrandini annahm, ist unklar, es soll aber damit Zusammenhängen, dass Cinzio doch der einzige männliche Erbe Aldobrandini bis zur Geburt Pietros 1571 war. Er wurde von seinem Onkel Giovanni Kard. Aldobrandini,13 dann ab 1573 vom späteren Papst Clemens VIII., erzogen. Der junge Kleriker studierte erst im Collegium Germanicum, dann in Perugia und in Padua Jura, in utroque iure. Als sein Onkel 1592 zum Papst gewählt 1 I JAITNER K., II nepotisino di papa Clemente Vili (1592-1605). Il dramma del cardinale Cinzio Aldobrandini. In: Archivio Storico Italiano, Firenze (ASF) 146 (1988) 57-93. Cit. 57. 12 Jaitner behauptet 1555. Ebd. 57. Als maßgebendes Werk wird DBI (Diziona- rio Biografico degli Italiani. Hrsg. v. INSTITUTO DELLA ENCICLOPEDIA ITALIANA. Roma I960-) genommen, liier: GUARINI. Aldobrandini (Passeri). Cinzio. ln: DBI Bd. 2.Ï02-104. Cit. 102. 13 Giovanni Aldobrandini (1534-1573), Kardinal. Bischof von Imola. Er ist der altere Bruder des künftigen Clemens’ VIII. Nach dem Jurastudium in Ferrara war er kurz in Urbino, dann in Rom. Als enger Mitarbeiter Pius V. wurde er 1569 Bischof von Imola, ein Jahr später Kardinal. 1570 war er auch mit der Organisation einer antitürkischen Liga beauftragt. Kard. Giovanni bemühte sich stark, die Entscheidungen des Konzils von Trient durchzusetzen, war ein großer Förderer der Jesuiten. Nachdem er an der Neuorganisierung der Peni- tenzieria Apostolica teilnahm, wurde er 1573, kurz vor seinem Tod, Peniten- ziere maggiore und Präfekt der Kongregation der Brevi. Er wurde in Rom, in der Capella Aldobrandini von Santa Maria sopra Minerva, beigesetzt. GUARINI F. E., Aldobrandini, Giovanni, ln: DBI (Anm. 12) Bd. 2. 105-107.