Folia Theologica 16. (2005)

Tamás Tóth: Clemens VIII. und der Lange Türkenkrieg in Ungarn

182 T. TOTH wurde, konnte man damit rechnen, dass er in Kürze zum Kardinal- nepoten erhoben werde. Nur hatte der Papst zu dieser Zeit bereits zwei Neffen, und der andere, Pietro, war sogar beliebter in der Ku­rie, als sein Cousin. Cinzio fand besonders bei den ITispanophilen, den Venezianern und einigen Kardinalen Unterstützung. Seine cholerische Art war den Spaniern sympathisch. Clemens VIII. versuchte während seines Pontifikates, beide Nef­fen möglichst gleichmäßig zu behandeln.14 Sie übernahmen ge­meinsam, mit einer klaren Aufteilung der Verantwortung, das Staatsekretariat am 18. September 1592. Sie wurden zusammen am 17. September 1593 zu Kardinälen ernannt, wobei in konsistori- schen Akten vermerkt wird: „primus sit Petrus".15 Es war aber un­verkennbar, wer der erste unter ihnen sei: Cinzio bekam mit der Kardinalserhebung die Diakonie San Giorgio, während Pietro den auf engere Verbundenheit hinweisenden Titel Cardinalis Aldobrandi- nus erhielt. Der Einzugsbereich Cinzios wurde das Reich (auch die unter dem Kaiser stehenden Gebiete wie Ungarn und die Nuntiatu­ren von Köln und Graz), Siebenbürgen, die Schweiz, Polen, Schwe­den und die Länder Italiens außer Savoyen. So war er, zumindest theoretisch, für die Kurienpolitik im Türkenkrieg verantwortlich; wirklich theoretisch, weil Pietro schnell an Einfluss gewann, so dass viele Nuntien sich im Bereich von Kard. Cinzio bereits 1594 mit den wirklich wichtigen Sachen an Kard. Pietro wandten. Von 1596 schickten die dem Kard. San Giorgio unterstellten Nuntiaturen im­mer auch eine Kopie der Akten an Kard. Aldobrandino. Deswegen ist es schwer zu sagen, bei welchen Entscheidungen Cinzio persön­lich eine wesentliche Rolle spielte.16 Er hatte aber Interesse daran.17 14 'Durante il suo pontificate» Clemente VIII cercà di irattat é i suoi nipoti in modo impartiale" JAITNER, Il nepotismo (Ama. 11)61. 15 17. September 1593. BAV Fondo Barberini Latini (Barb. Lat.) 2871. fol. 704. 16 GUARINI, Aldobrandini (Passeri). Cinzio. In: DBI (Anni. 12) Bd. 2. 102-104. Cit. 103. 17 Burkhard Roberg gab von diesem Reichstag einige Briefe heraus. Sie zeigen das Interesse Cinzios für die Angelegenheiten, die ihm anvertraut waren. Er schrieb am 13. April 1594: „Poco havero da rispondere alle lettere di Vostra Signor ia Illustrissima de ’ 5 aprile se non aspettero d'intendere con molto de­siderio I 'arrivo suo felice a Ratisbona. ove ella intenderà ciô che sard succe- duto intorno alle nuove instanze faite da 'prencipi heretici per le cose di C.le-

Next

/
Oldalképek
Tartalom