Folia Theologica 13. (2002)

Attila Puskás: Gott der dreieine als Schlüssel zum verstehen der wirklichkeit trinitarische Ontologie bei Gisbert Greshake

34 A. PUSKÁS sondern mächtig wieder gesprochen wird. Auch wenn wir ein sol­ches Ja, Versprechen einandern geben, sind wir nicht fähig es voll zu halten. Und wir sind noch weniger mächtig, sogar wir sind ganz unfähig ein solches unbedingtes Ja denen gewähren, die in der Ver­gangenheit vor uns gelebt haben und nach uns in der Zukunft le­ben werden. Trotzdem, im Bewusstsein unserer Endlichkeit, leben wir doch in der Dynamik dieser Unbedigtheit und unbegrenzte So­lidarität versprechenden Liebe. Greshake deutet diese aporetischen Phänomene als „Antizipa­tion, Vorwegnahme auf glückende Vermittlung des Personalen und Sozia­len, auf grenzenlose Liebe, auf unbedingte Solidarität. Ohne eine solche Antizipation, die als solche stets bruckstückhaft bleibt, aber in der unver­siegbaren Hoffnung auf ein edgültiges Gelingen steht, können gesellschaft­liche Ordnungsgefüge nicht zustande kommen und am Leben bleiben".15 Greshake betont, dass die ideale Kommunikationsgemeinschaft, die transzendentale Apriori sowohl des Wahrheitsfindens als auch ei­ner alle Menschen einschliessenden Solidarität realisiert werden kann nur unter dem Postulat der Existenz Gottes, als vollkommene Communio und Communicatio. Auch das Phänomen der realen Antizipation auf gelingene Communio und unbedingte Liebe kann nur in dem Licht des Trinitätsmysteriums geklärt werden. „Faktisch findet in jeder Verwirklichung menschlicher Communio und Communica­tio ein Vorgriff, eine Antizipation statt, die vom trinitarischen Glaube her eine Klärung erhlt. Nicht dass von daher der Glaube bewiesen oder not­wendig würde ... aber das Zeugnis dieses Glaubens zeigt sich von solchen Überlegungen her in seiner spezifischen Rationalität, so wie umgekehrt die gesellschaftlich verfasste Wirklichkeit, wird sie bis in die Tiefe analysiert, die Relevanz und den Realitätsbezug dieses Glaubens verdeutlicht".16 2.3.3 Vorstellungen von der Einheit der Menschheit Die Situation der heutigen Menschheit ist durch den Pluralis­mus der veschiedensten Lebensformen und zugleich durch das fortgeschrittene Stadium der Vereinigung, Globalisierung der Welt bestimmt. In theologischer Hinsicht betrachtet, gehört die Idee der Einheit der Menschheit zur wesentlichen Botschaft der Offenba­rung: der Ursprung der ganzen Menschheit von der erschaffenden 15 GRESHAKE, G., Der dreieine Gott, 483-484. 16 GRESHAKE, G., Der dreieine Gott, 490-491.

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