Folia Theologica 12. (2001)

Zoltán Rokay: Die Selbstverwirklichung des Menschen in der Philosophie von J. G. Fichte

50 Z. ROKAY kein Fremder, in Ordnung jener Welt fügt, ist die Quelle des wah­ren Lebens und der Ewigkeit."74 5. Der Zweckbegriff. Die gedachte Bedingung des Wollens „Im Wollen setze ich einen Zweckbegriff voraus, welcher aber nicht vorher geht, sondern bloß als vorhergegangen gesetzt wird, als das Bedingende des Wollens, vermöge dem Charakter dessel­ben, immer eine Forderung gesetzt wird, die aber nur stattfinden kann, inwiefern ein Zweck da ist."75 „Der eigentliche Mittelpunkt ist das Wollen, diesem wird das Entwerfen des Zweckbegriffs nur vorausgedacht, wie das Bedingende dem Bedingten."76 „Es muß... bei einer freien Handlung jedesmal der Begriff eines Zweckes zum Grunde liegen."77 „Das freie Handeln ist nur unter der Bedingung eines Zweckbegriffs möglich."78 „Das ich ist und wird sich nur da­durch bewußt, daß es handelt. Dieses sein freies Handeln ist aber nicht möglich ohne daß es sich vorher einen Begriff davon ent­wirft."79 Wie kann sich das Ich real tätig finden? ...Ich handle nur inwiefern ich mir einen Zweckbegriff entwerfe."80 Die Kollegnachschrift von WNM wiederholt in unzähligen Va­rianten, ihre Behauptung von dem Zweckbegriff und von dem Handeln überhaupt. Es stellt sich heraus, daß der Zweckbegriff nichts „wirkliches" ist, sondern nur zur Erklärung von Wollen dient: „Man bemerke nochmals sorgfältig, der Zweckbegriff ist nichts Wirkliches, es ist bloß etwas zu dem Wollen hinzugesetztes, um das Wollen zu erklären."81 74 Ebd. S.125. 75 WNM GA IV,2. S. 193,5-6. 76 Ebd. S.192,5-7. 77 Ebd. S.48,4-5. 78 Ebd. S.129,3-5. 79 Ebd. S.69,7ff. 80 Ebd. S.108,5-8. 81 Ebd. S.193,20-21.

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