Folia Theologica 12. (2001)

Zoltán Rokay: Die Selbstverwirklichung des Menschen in der Philosophie von J. G. Fichte

DIE SELBSTVERWIRKLICHUNG DES MENSCHEN 45 lens".37 38 „...Bei dem Wollen sieht der Geist auf gar nichts anders, als auf das Gewollte. Dies ist die Konzentration meines Streuens und Denkens auf einen Punkt - des ganzen Menschen mit seinem ge­samten Vermögen."39 „Wenn wir uns einen Entschluß fassend den­ken, wolle einmal wirklich etwas - so erscheint uns der Begriff un­seres, das sich allein zutragen geschehen soll - und kein anderes mögliches entgegengesetzte... als Gewollte erscheint als ein absolu­tes Postulat der Wirklichkeit, erfordert nur dieses Sein, und kein anderes... Wir erscheinen uns selbst im Wollen als hervorbringend etwas neues, vorher noch nicht vorhandenes. Das Gewollte ist als ein wirkliches gefordert, - ist eine Aufforderung an die Wirklich­keit."40 Im Unterschied zur Deliberation erscheint das Wollen „als hervorgehend aus einer selbstgemachten Beschränktheit des Wil­lensvermögens... Wollen ist... die Konzentration dieses zerstreuten Strebens auf einen Punkt... Nur als konzentrierend werden wir un­seres Wollens uns bewußt."41 Diese Beschränkung und Begrenzung erscheint als eine Aufgabe für das Ich:42 „...jene ursprüngliche Begrenzung des reinen Willens, durch die er selbst erst etwas wurde,...ist Begrenztheit die ich mir allmählich auflegen soll, und der Grund davon, daß ich sie mir überhaupt auf- legen soll, liegt in meinem Sein, in meinem endlich Wesen."43 Einerseits sagt Fichte: „daß ich nur die Aufgabe habe mich auf eine gewiße Weise zu beschränken, diese ist wodurch ich mir zu ei­nem Begriffe werde, wodurch ich faßlich werde, durch die Aufgabe mich selbst zu bestimmen",44 andererseits weist diese Aufgabe der Selbstbestimmung und Selbstbeschränkung in die Richtung des Sittlichen: „Um uns selbst zu finden, mußten wir... die Aufgabe denken, uns auf eine gewiße Weise zu beschränken, diese Aufgabe, diese be­37 Ebd. S. 189,20-22. 38 Ebd. S.148,34. 39 Ebd. S. 117,24-27. 40 Ebd. S.114,3-12. 41 Ebd. S.l 14,13-27. 42 Ähnlich wie schon in der GR. vgl. Anm. 10 dieses Vortrages. 43 GA IV,2. S. 167,29-36. 44 Ebd. S.240,9-12.

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