Folia Theologica 12. (2001)

Imre Koncsik: Der analoge Realismus als Fundament der Christologie Karl Rahners?

148 I. KONCSIK sort (!)36, so dass ein anthropologischer Ansatz „von unten" immer zugleich ein heilsgeschichtlicher ist, was besonders in der Christolo­gie Rahners deutlich wird: den Wurzeln und Anfängen der Christo­logie entspricht der Ausgang vom Menschen und der konkreten Geschichte. Der Blick Rahners scheint wohl auf die Einheit von Kate­góriáidat und Transzendentalität in ihrer je spezifischen Eigenart fixiert zu sein und nicht auf ihre Unter- oder Überbewertung - wo­mit der nächste Punkt erreicht ist. 1.3 Einheit von Transzendentalität und Kategorialität Zur Erfassung der Selbstmitteilung Gottes in Jesus Christus muss sowohl die kategóriáié als auch die transzendentale Dimen­sion der Wirklichkeit in ihrer intimen und darin unvermischt- ungetrennten Einheit - und nicht nur losen oder äußerlichen Ver­bundenheit - berücksichtigt werden. Der analoge Realismus impliziert die notwendig die Einbindung der Geschichte des Universums: Christologie ist am „realistisch­sten" und dann wirklichkeitskonform, wenn vom ganzen Mensch­sein in seiner Geschichtlichkeit und Gottgewiesenheit, in seinem Leib und in seiner Geistseele ausgegangen wird, sowie vom ganzen Sein aller Seienden, also von der ganzen Schöpfung: sie wird als ganze im ewigen Sohn grundgelegt, wird als ganze erlöst und soll als ganze verwandelt werden, wie sie bislang bereits verwandelt wurde und sich zugleich selbst verwandelt hat. Hier werden Kate­gorialität und Transzendentalität, Geschichte und Geist als analoge Verwirklichung der ewigen Wirkung Gottes ( = esse creatum) ge­dacht: sowohl der raumzeitliche Leib als auch der transzendentale Geist „geschehen" und bilden die Geschichte desselben transzen­dental eröffneten und begründeten Menschseins; Geschichte wird zur aposteriorischenn , Transzendentalität zur apriorischen Bestim­mung der Wirklichkeit, die beide unzerreißbar und unidentifizier- bar zum Sein gehören. Der transzendentale Realisjnus reicht in seiner Begründung der Einheit von Transzendentalität und Geschichtlichkeit des Seins 36 Es gibt keine „über der Geschichte schwebende Wahrheit der Erkenntnis“, „keine Forderung oder Zuwendung Gottes an die Menschen, die immer in gleicher Weise gegeben wäre“ (Sehr. IX, 197).

Next

/
Oldalképek
Tartalom