Dr. Murai Éva szerk.: Parasitologia Hungarica 21. (Budapest, 1988)

der in unserem Untersuchungsgut nur in 18% der Fälle nachgewiesen werden konnte. Von BARTH (1972) und WOLF (19761 z.B. wurde «*r hingegen in 71 bzw. 70% der untersuchten Tiere gefunden. Als häufigster Vertreter der Gattung Trichostrongylus wird in einer Reihe von Untersuchungen T. axei angegeben (KUTZER und HINAIDY, 1969; DROZDZ, 1966; DOL­LINGER, 1973; HAUPT und STUBBE, 1973). Diese Nematodenart konnten wir nur bei 3 % der Rehe diagnostizieren. Wesentlich häufiger war T. capricola (16,7%) vertreten. Auch PROSL (1973) fand in Österreich viel öfter T. capricola (bei Rehen bis zu einem Jahr bei 54,5%) als T. axei (18,2%). Die Befallsextensität von Chabertia ovina und Trichuris capre­ oli war ebenfalls geringer als in den meisten Literaturangaben (HÜBNER, 1937; TOMANEK, 1967; KUTZER und KNAUS, 1969; HAUPT und STUBBE , 1973; WOLF, 1976). Die im allgemeinen sehr niedrigen Befallsfrequenzen hängen zu einem Teil sicher mit dem geringen Alter der untersuchten Tiere zusammen. Die meisten der genannten Autoren haben nämlich Tiere aller Alterstufen erfasst, folglich entsprechen deren angegebene Befallsexten­sitäten der Gesamtpopulation. In bezug auf die Befallsintensität muss ebenfalls auf das geringe Alter der Tiere dieser Un­tersuchung hingewiesen werden. Vergleiche mit bisherigen Untersuchungsergebnissen sind deshalb schwierig, da fast keine Vergleiche zwischen den verschiedenen Altersgruppen bis zu einem Jahr vorliegen. So können lediglich die Werte der durchschnittlichen Höhe der Be­fallsintensität einander gegenüber gestellt werden. Tiere bis zu einem Jahr waren bei uns mit durchschnittlich 108,5 Magen-Darm-Nematoden befallen, bei WOLF (1976) waren es 205 und bei HAUPT und STUBBE (1973) 1214,2 Nematoden pro Kitz. Die Altersgruppe der Ein­bis Zweijährigen wies durchschnittlich 305, 5 Magen-Darm-Nematoden auf, hingegen fanden WOLF (1976) 612 und HAUPT und STUBBE (1973) 1136, 1 Exemplare pro Tier. Unsere Werte liegen also deutlich unter denen der genannten Autoren. Das Lebensalter spielt sowohl in bezug auf die Befallsintensität als auch auf die Befallsex­tensität eine sehr grosse Rolle. Kitze sind weit weniger befallen als etwa einjährige Tiere. Die Ursachen für diesen geringen Befall bei den zwei bis vier Monate alten Kitzen liegt wohl darin, dass diese Tiere noch beim Muttertier saugen und daher einen relativ geringen Kon­takt zum infizierten Grünfutter haben. Erst die Umstellung von Milch auf vegetabilische Nah­rung im Spätsommer und Frühherbst bewirkt einen ständigen Anstieg der Wurmbürde mit ei­nem Höhepunkt zwischen 12 und 16 Monaten, ähnlich wie dies auch HÜBNER (1937), BÜTT­NER (1975) und WOLF (1976) aufzeigen. SCHULTZE-RHONHOF (1968) und DINGELDÉIN (1982) hingegen geben für Kitze eine höhere Befallsintensität an als für Jährlinge und erklä­ren dies mit den noch labilen Immunitätsverhältnissen. Leider ist in diesen beiden Arbeiten das Alter der Kitze nicht angegeben. Da der Parasitenbefall nicht nur hinsichtlich des Alters der Tiere sondern auch im Hinblick auf die Herkunft der Tiere untersucht wurde, sollen abschliessend noch die Auswirkungen der unterschiedlichen Lebensbedingungen in den drei Biotopen auf die Höhe des Befalls dis­kutiert werden. Die drei Reviere Babat, Árpádhalom und Pitvaros unterscheiden sich in be­zug auf ihre Grösse, die Geländeform, das Nahrungsangebot, den Dickungsanteil, die Besatz­dichte und zahlreiche andere Faktoren. Das Revier Babat ist das kleinste der drei Gebiete mit einer Ausdehnung von ca. 3 000 ha und ein reines Waldrevier. Die Wilddichte ist mit 8-10 Rehen pro 100 ha ähnlich wie in Árpádhalom. Tiere dieses Gebietes wiesen sowohl die höch­ste Befallsextensität als auch - intensität mit Endo- und Ektoparasiten auf. Die Hauptursache dürfte hier vor allem in der Tatsache liegen, dass es sich bei Babat um ein Waldrevier han­delt in dem nur relativ wenig freie Asungsflächen zur Verfügung stehen und die Tiere daher einem erhöhten Infektionsdruck und einem höheren Stress bei der Nahrungsaufnahme ausge­setzt sind. Diese Annahme wird durch die Untersuchungsergebnisse in Árpádhalom, einem ."Mischrevier" das sowohl genügend Wald- als auch Wiesenflächen besitzt, bestätigt. Trotz der gleichen Wilddichte (7-10 Tiere pro 100 ha) wie in Babat war die Befallsextensität und -intensität bedingt durch die günstige Revierstruktur deutlich geringer. Ahnliches konnte auch BÜTTNER (1975, 1977) feststellen.

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