Dr. Kassai Tibor - Dr. Murai Éva szerk.: Parasitologia Hungarica 8. (Budapest, 1975)
hender Infektion (nachgewiesen mittels Harnuntersuchung), wurden in zwei gleichstarke Gruppen geteilt. Beide Gruppen wurden mit einmaliger, intramuskulärer Gabe des obigen Gemisches behandelt, die Dosierung betrug in der ersten Gruppe 3 ml pro kg Körpergewicht, und in der zweiten Gruppe 6 ml pro kg KG (sehr hoch!). Jene Ratten, die 6 ml/kg erhalten hatten, zeigten nach der Behandlung toxische Veränderungen. Am 6. Tag nach der Behandlung töteten wir die Tiere, um die Wurmbürde in der Harnblase untersuchen zu können. Es waren in der Harnblase von allen behandelten Ratten lebende, bewegliche Würmer vorhanden, die einmaligen intramuskulären Gaben von 3 ml bzw. 6 ml Tetrachlorkohlenstoff/Paraffinöl-Gemisch erwiesen sich somit als unwirksam in der Behandlung der Trichosomoidose. Hiernach untersuchten wir das Präparat Ditrifon (Hersteller: Chinoin, Budapest; Wirkstoff: Trichlorfon, ein Organo-Phosphorsäuereester). Ditrifon zeichnet sich dadurch aus, dass es neben einer hohen anthelminthischen Wirksamkeit in der Ratte eine verhältnismässig geringe Toxizität aufweist (DL50 per os = 630 mg pro kg Körpergewicht), es wird im Organismus schneH zersetzt (in 12 Stunden wird bereits ein bedeutender Teil der verabreichten Gabe mit dem Harn ausgeschieden); der Wirkstoff ist in Wasser leicht löslich, somit bestäht die Möglichkeit einer Trinkwasserbehandlung. 50 infizierte weisse Ratten von durchschnittlich 300 g Körpergewicht wurden in 4 gleiche G uppen geteilt. Es wurden im Trinkwasser, an 3 aufeinanderfolgenden Tagen, der erst*. . Gruppe (10 Tiere) 0,2%, der zweiten Gruppe (10 Tiere) 0,3 % und der dritten Gruppe (20 Tiere) 0, 5 % Ditrifon verabreicht (die Selbsttränke bestand aus einer Saugflasche). Die vierte Gruppe (10 Tiere) war die Kontrollgruppe ohne Arzneibehandlung. Der Ditrifonlösung" setzen wir 2 % Zucker zu, um den unangenehmen Geschmack des Wirkstoffs zu verdecken. Im Laufe des Versuchs wurden keinerlei toxische Erscheinungen beobachtet. 6 Tage nach der Behandlung wurden die Tiere seziert, und die Harnblasen pathologisch-anatomisch untersucht; in 6 von den mit 0, 2 % Ditrifon behandelten 10 Tieren und in 5 von den mit 0, 3 % Ditrifon behandelten 10 Tieren wurden je einige lebende, bewegliche Würmer gefunden. Unter den 20 Ratten deren Trinkwasser 0, 5 % Ditrifon enthielt, betrug die Zahl der in der Harnblase gefundenen lebenden, beweglichen Würmer bei 3 Tieren je 2 und bei einem 1, die übrigen Tiere waren wurmfrei. Die 10 Kontrolltiere hatten alle lebende Würmer in der Harnblase, die Wurmzahl betrug 2 bis 4 pro Ratte. Zusammenfassend kann gesagt werden, dass eine 3 Tage lang anhaltende Trinkwasserbehandlung mit 0, 5 % Ditrifon bei 80 % der Tiere eine Entwurmung erzielen kann. Auch in den Ratten mit weiterhin bestehender Infektion wurde die Wurmbürde herabgesetzt; es gab übrigens nur 4 solche unter den behandelten 20 Tieren, die gesamte Wurmzahl betrug hier 7. In den 10 Kontrolltieren wurden 30 Würmer gefunden, die Intenz-Effektivität betrug somit etwa 88 %, Wir verweisen hier darauf, dass die Versuchstiere zum grossen Teil auch mit Syphacia muris befallen waren, und dass die Behandlung mit 0, 5 % Ditrifon auch in diesem Hinblick erfolgreich war, Ditrifon eignet sich wahrscheinlich auch für die Syphaciosistherapie, es fehlen leider zahlenmässige Angaben über den Heilerfolg, die eine genaue Aussage ermöglichen würden. Schutzmassnahmen, Bei der Haltung von Laboratoriumsrattenbeständen ist neben Anwendung der entsprechenden Therapie auch die Durchführung von strengen Hygienemassnahmen erforderlich. Die Bedingungen im Versuchstierstall soHen derart gestaltet werden, dass es zu keiner Infektion durch die mit dem Harn ausgeschiedenen Wurmeier kommen könne. Bei der Aufbewahrung des Futters ist die Möglichkeit einer Kontamination mit dem Harn der Wanderratte auszuschliessen. Fütterungs- und Tränkevorrichtungen sollen derart gestaltet sein, dass sie Futter und Trinkwasser vor Kontaminationen mit Harn und Kot schützen. Der Fussboden in den Tierställen soll nicht gekehrt, sondern gewaschen oder mit feuchtem Scheuerlappen gescheuert werden, um das Aufwirbeln des mit Wurmeiern infizierten Staubes zu vermeiden. Die Wurmeier sind Desinfizienzien gegenüber sehr widerstandsfähig, sie können aber mit Wärme (Temperaturen über 55°C) mit Sicherheit abgetötet werden (1), Das Abwaschen der Käfige und aller Einrichtungen, Fütterungs- und Tränkevorrichtungen, usw. mit Wasser von mindestens 55° C ist somit eine wirksame Desinfektionsmassnahme. Die Haltung von grossen Tierzahlen auf engem