AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1979. Budapest (1981)

II. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - Jügelt, Karl-Heinz: Die Gründung der ungarischen Nationalbibliothek im Spiegel der „Allgemeinen Literatur-Zeitung"

Wenn diese Feststellungen auch für die Mehrzahl der im In- und Aus­land versandten Exemplare gelten mag, so hat es mit Sicherheit doch einige Ausnahmen gegeben, die wegen ihrer besonderen propagandistischen Wir­kung unsere Aufmerksamkeit verdienen. Während Graf Sámuel Teleki zum Beispiel, der fast gleichzeitig mit Széchényi seine in Siebenbürgen befindliche umfangreiche Privatbibliothek zum öffentlichen Gebrauch bestimmt hatte und davon ebenfalls einen Katalog drucken ließ, bereits am 4. Mai 1802 mit Schreiben aus Wien für den Katalog dankte, 19 war Engel mit Sicherheit seit Jahresbeginn im Besitz der Bände, aber es muß neben dem mit seinem Stiftungsgesuch im März 1802 an den König gesandten Exemplar noch weitere „Voraus*'-Exemplare gegeben haben. Denn bereits im Juli 1802 verweist Der Neue Teutsche Merkur ausdrücklich auf den gedruckten Kata­log der Széchényi-Bibliothek, wenn er seinen Lesern den Grafen Franz Széchényi und seine Bibliothek unter Hinweis auf den von Retzer herausge­gebenen literarischen Nachlaß des berühmten Kustoden der Wiener Hof­bibliothek, Michael Denis, vorstellt. Es „verdient noch bemerkt zu werden, daß Denis zu der soeben erschienenen Bibliotheca Hungarica Francisci Comitis Széchényi in Czenk, Comitatus Soproniensis oppido, welche aus dem Catalogus biblioth. Hungaricae Comitis Széchényi T. I. p. I et II Sopronii, typis Siessianis 1799 und aus dem Index alter, Pestini, typis Trattnerianis besteht eine vortreffliche, seine und des Grafen würdige Vorrede verfaßte. Es ist dies Werk ein glänzendes Zeugniß nicht nur von Sr. Excellenz des Grafen von Széchényi ausgebreiteter Kenntniß seiner vaterländischen Literatur, sondern auch von dem Eifer, die Kultur seiner Nazion zu befördern." Und in einer Fußnote unterstreicht der anonyme Verfasser der aus Ungarn übersandten „Nachrichten über Ungarns neueste Kultur und Literatur" : „Diese Nachricht ist für alle Bibliografen, Filologen und Numismatiker um so wichtiger, da von diesen Katalogen im Auslande fast gar nichts bekannt geworden ist." 20 Obwohl diese bibliographisch einwandfreie „Kurzanzeige" im Merkur einige Wochen vor dem eigentlichen Versandtermin erschien, ist sie doch nicht die erste literarische Anzeige des Katalogs. Bereits in No. 177 der ALZ vom 22. Juni 1802 wurde im Fach „Lite­raturgeschichte" die Rezension Engels abgedruckt. Sie ist nicht nur die erste der drei überhaupt in Deutschland erschienenen Rezensionen, sie verbreitete auch als erste die Nachricht von der beabsichtigten Stiftung der Nationalbibliothek durch den Grafen Ferenc Széchényi. Da sie an Umfang und Gehalt die erst 1803 in Göttingische gelehrte Anzeigen 21 und Neue allgemeine deutsche Bibliothek 22 abgedruckten Anzeigen weit überragt, soll sie im folgenden hier vollständig vorgestellt werden. „OEDENBURG, gedr. b. Siess: Catalogus bibliothecae Hungaricae Francisci Comitis Széchényi. Tomus I. Scriptores Hungaros et Rerum 19. Berlász (Anm. 7) S. 131 Anm. 127. 20. Der Neue Teutsche Merkur. Weimar. 1802. Bd. 2, 7. Stück, S. 214—215. („Aus einem Briefe aus Ungarn"). 21. 67. Stück. 25. April. 1803. 22. Bd. 77. 1803. S. 170-171. 112

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