AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1979. Budapest (1981)
II. Az OSZK gyűjteményeiből és történetéből - Jügelt, Karl-Heinz: Die Gründung der ungarischen Nationalbibliothek im Spiegel der „Allgemeinen Literatur-Zeitung"
Hungaricarum typis editos complexus. Pars I. A—L. 1799. 695 S. Pars II. M-Z. 612 S. 8. PEST, gedr. b. Trattner: (Tomus III.) Index alter Libros Bibliothecae Hungáriáé Francisci Comitis Széchényi duobus Tomis comprehensos in scientiarum ordines distributos exhibens. 1800. 494 S. 8. Da dieses schon 1799 und 1800 gedruckte Werk erst in diesem Jahre (1802) ausgegeben worden: so hat Rec. das Vergnügen erst jetzt haben können, es in diesen Blättern anzuzeigen. Wahrscheinlich wollte der edle Graf Széchényi abwarten, bis auch der 2te Theil (Tomus) fertig geworden wäre, welcher das Register aller in der Gräflichen Bibliothek befindlichen Ungarn betreffenden oder Ungarisch geschriebenen, oder von Ungarn verfaßten Handschriften enthalten soll, und welchen dem Vernehmen nach, Hr. v. Kovachich zu besorgen hat. Da aber der unerschöpfliche Reichthum der Gräflichen Bibliothek an Handschriften eine schnelle Registrirung derselben nicht gestattet : so hat der Hr. Graf der Ungeduld der Ungarischen Literaturen nachgegeben, und den ersten Theil (in 2. Bänden.) so wie den 3ten Theil oder den Realindex drucken lassen. Nicht genug zu rühmen ist der Gedanke des Hn. Grafen (Obergespanns vom Simegher Comitate und Hofraths bey der obersten SeptemviralJustizstelle) daß, da sich eine Privatbibliothek nicht auf alle Fächer des menschlichen Wissens ausdehnen kann, ohne in allen unvollständig zu werden, er nun einmal alles, wäre es auch nur ein Blatt, möglichstermaßen sammeln und aufbewahren wollte, was nur Ungarn betrifft, und Ungarisch, oder doch von einem Ungarn geschrieben ist, (die dem Ungarischen Reich anhängenden Nebenländer immer mit einbegriffen). Durch die unermüdete Ausführung dieses Gedenkens ist die Gräfliche Széchényische Bibliothek nun in Ungarn und Siebenbürgen in ihrer Art schon jetzt die Einzige, und wird es immer mehr werden. Sie ist die reichste Schatzkammer für Ungarische Literatur. Mag diese oder jene öffentliche, diese oder jene Privatbibliothek sich rühmen, ein oder das andere seltene Buch, eine oder die andere Handschrift zu besitzen, die etwa noch der Gräflichen Széchényischen Büchersammlung fehlt: so müssen ihr doch, sobald es auf den Umfang des Reichthums ankommt, alle weichen. Ein zweyter, des lautesten Beyfalls würdiger Gedanke des Hn. Grafen war der, den gesammelten Schatz auch verzeichnen zu lassen, und durch ein alphabetisches sowohl, als durch ein Real-Register ein langstgewünschtes Handbuch der gesammten Ungarischen Literatur aufzustellen. So weiß also der Ungarische Literátor nicht nur, was überhaupt in dieser Bibliothek für Schätze zu finden sind: er kann nicht nur jeden Augenblick von fast jedem Werke den eigentlichen Titel, Druckort u.s.w. acht und zuverlässig aus dem alphabetischen Catalog erfahren; sondern er erhält auch durch den so erwünschtermaßen hinzugefügten Realindex eine Uebersicht von dem, was in jedem Fache der Wissenschaften von Ungarischen Gelehrten und Schriftstellern bis 1799 und 1800 geleistet worden sey. Mit vieler Sorgfalt sind in diesem Realindex auch die kleinern Abhandlungen eingetragen, die in inländischen und ausländischen Zeitschriften zerstreut, oder in andern Büchern, wo man sie nicht suchen sollte, eingewebt, und eingestreut sind. So z.B. T. III. p. 99. heißt es: Catalogus Superintendentum A. Conf. 8 OSZK Évkönyve 113