AZ ORSZÁGOS SZÉCHÉNYI KÖNYVTÁR ÉVKÖNYVE 1968-1969. Budapest (1971)
IV. Könyvtörténeti és művelődéstörténeti tanulmányok - Miklóssy János: Petőfi kortese, Vajda János barátja - Ein Stimmenwerber für Petőfi, ein Freund János Vajda's
36. Az Ország Tükre. 1863. jún. 20. 18. sz. Vegyes hírek. 216. 1. 37. Zilahy Károly levele Kelemen Mórhoz. 1864. jan. 11. OSZK Kézirattár. 38. Zilahy Károly: Petőfi Sándor életrajza. Pest, 1864. 159 1. 39. Pálffy Móric gróf (1812—1897) 1861 őszétől 1865. júl. 18-ig Magyarország helytartója. 40. Zilahy Károly levele Kelemen Mórhoz. 1864. ápr. 24. OSZK Kézirattár. 41. L. a 11. sz. jegyzetet. 42. Zilahy Károly levele Kelemen Mórhoz. 1864. ápr. 24. OSZK Kézirattár. 43. Szokolay István levele Kelemen Mórhoz. 1864. máj. 21. OSZK Kézirattár. 44. Rajkay Friebeisz István levele Kelemen Mórhoz. 1864. dec. 4. OSZK Kézirattár. 45. Fővárosi Lapok. 1865. márc. 14., 64. sz. Fővárosi Hírek. 46. Vö. Miklóssy János: Vajda János ismeretlen évei. = írod. tört. Közi. 1969. 1. sz. 47. Németh G. Béla: A Pesti Napló kezdeti szakasza. = írod. tört. Közi. 1960. 2. sz. 174—188.1. Ein Stimmenwerber jür Petőfi, ein Freund János Vajda's J. MIKLÓSSY Der Name des obersten Gerichtsrates, Mór Kelemen (1830—1905) ist in erster Linie als Verfasser juristischer Werke bekannt. Seine Rolle, die er in unserem literarischen Leben und Zeitungswesen gespielt hatte, wurde kaum zur Kenntnis genommen. Kelemen lernte Petőfi als Schüler in Kunszentmiklós kennen, wurde zu seinem begeisterten Anhänger und Stimmenwerber in Szabadszállás, als Petőfi zum Landtagsdeputierten gewählt werden sollte. Unter dem Pseudonym Kapucinusfi (Kapuzinerssohn) schrieb er im radikalen Blatt „Március Tizenötödike" (Der fünfzehnte März) einen verbitterten Bericht über das Komplott gegen die Wahl Petőfis und im allgemeinen über die Mißbräuche bei den Wahlen. Beim Aufflammen des Freiheitskampfes 1848—49 meldete er sich in die Nationalgarde; zur Zeit der Niederlage war er Leutnant der Honvéd-Armee. Nach dem Regierungsantritt des Absolutismus wurde er zu einer Gefängnisstrafe von einem halben Jahr verurteil. Er war wegen der angeblichen Autorenschaft des revolutionären ,,Kossuth-Liedes" angeklagt. Nach seiner Entlassung betätigte er sich lebhaft am Literatur- und Zeitungsleben der 50er Jahre, wurde Hilfsredakteur des schönliterarischen Modeblattes „Divatcsarnok" (Modehalle), schrieb Artikel und Erzählungen für verschiedene Zeitungen, belletristische Zeitschriften, periodische Hefte. Vom Jahre 1856 an war er bei der Budaer Statthalterei, seit 1861 bei der Wiener ungarischen Hofkanzlei als Beamte tätig und wurde als solcher zu einem Maßgebenden Faktor der Literatur und Presse bis zum österreichiseh-ungarischen Ausgleich im Jahre 1867. Seine Stellung und seine Beziehungen benutzte er in erster Linie zur Unterstützung der bedrängten Schriftsteller und Journalisten, wie es von den an ihn gerichteten Bitt- und Dankschriften bezeugt wird. Eine besonders intime Freundschaft verband ihn mit János Vajda, einem der bedeutendsten ungarischen Lyriker in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, und mit Károly Zilahy, dem aktivsten Mitglied der literarischen Opposition, die am Anfang der 60er Jahre gegen die Deák-freundlich engagierte Literatur auftrat. Kelemen war der Wiener Korrespondent der „Magyar Sajtó" (Ungarische Presse), der kurzfristigen Zeitung Vajdas, die zugleich ein Organ der literarischen Opposition bildete. Als dann Vajda allgemein boykottiert wurde, weil er den radikalen bürgerlichen Fortschritt und deshalb ein österreichiseh-ungarisches Abkommen forderte, eilte ihm Kelemen zur Hilfe und verschaffte ihm in Wien, in der Kanzlei eine Stellung. Ihre Korrespondenz bereichert mit vielen neuen Zügen das Porträt Vajdas. Auch die Briefe Kelemens an seinen Vater sind vom Interesse. In diesen werden die geistigen Züge eines Denkers umrissen, der dem feudalen Liberalismus gegenüberstand und die Übergangszeit, sowie die Epoche des Vergleiches mit den Augen der bürgerlichen Intelligenz betrachtete und seinen Prinzipien, die er sich während der 1848—49er Revolution zu eigen machte, auch unter den für sie ungünstig gewordenen Verhältnissen, oft von Widersprüchen beladen, doch die Treue halten wollte. 346