Matskási István (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 84. (Budapest 1992)
Kristiansen, J. ; Padisák, J.: Silica-scaled chrysophytes (Chrysophyceae and Synurophyceae) from the Kis-Balaton Reservoir, Hungary
ANNALES HISTORICO-NATURALES MUSEI NATiüNALIS HUNGARICI Tomus 84. Budapest, 1992 p. 3-5 Dr. Árpád Soós (1912-1991) von T VÁSÁRHELYI, Budapest Monate sind vergangen, seit wir an seinem Grabe standen, und doch fällt es schwer, seiner zu gedenken. Vielleicht auch darum, weil mit dem Dahinscheiden seiner Person nicht nur ein Kollege unter Zoologen, sondern eine namhafte Dynastie aus dem Leben des Ungarischen Naturwissenschaftlichen Museums (UNWM) entschwunden ist. In dessen Zoologischer Abteilung war in diesem Jahrhundert stets ein Soós tätig: als erster der Vater, LAJOS Soós, der hervorragende Professor und Forscher, der in den letzten Jahrzehnten seiner aktiven Laufbahn an der Vervollkommnung der Molluskensammlung bemüht war. Sein grosses Werk über die Mollusken des Karpathenbeckens war als Handschrift bereits fertig, als, infolge des Brandes der Zoologischen Abteilung im Jahr 1956 Material wie Manuskript völlig zunichte wurden und angesichts dessen der bejahrte Forscher zusammenbrach. An den dringenden Arbeiten der Wiederherstellung des Gebäudes nahmen alle Mitarbeiter des Museums teil. Auch ÁRPÁD SOÓS war dort zu blicken, mit dem Trocknen und Sicherstellen der Insektensammlung befasst oder eben als Dachdecker tätig. Zu dieser Zeit hatte er schon eine bedeutende wissenschaftliche Vergangenheit hinter sich. Seine Studien absolvierte er 1930 bis 1935 an der Péter Pázmány-Universitat zu Budapest, zugleich den Grad Doctor rerum naturalium erlangend. Damals beschäftigte er sich noch mit der Gruppe seines Vaters, den Mollusken. Bis 1939 arbeitete er als gehaltloser Praktikant am Lehrstuhl für Allgemeine Zoologie der Universität und gleicherweise gehaltlos, schon seit 1936, in der Zoologischen Abteilung des UNWM. Nacheinanderfolgend war er Custos der Sammlungen der Würmer (Vermes), der Zweiflügler (Diptera) und von 1950 an der Schnabelkerfe (Rhynchota). Er brachte die faunistische und ökologische Erforschung der einheimischen freilebenden Fadenwürmer (Nematoda) in Gang, schuf Dauerhaftes in der taxonomischen und systematischen Forschung der Egel (Hirudinea) wie auch der acalyptraten Fliegen. Zu seinen Leistungen gehört auch die Neuordnung der Sammlung des hervorragenden Hemipterologen GÉZA HORVÁTH. Diese Sammlung übergab er 1977 seinem nachfolger und wandte sich wieder seinen Favoriten, den Riegen. Vor dem Weltkrieg wurde seine wissenschaftliche Tätigkeit mit dem Grad eines Privatdozenten, nachher mit dem Doktor der Biologischen Wissenschaften (DSc) anerkannt. 1942 erhielt er ein Humboldt-Stipendium, während seiner Laufbahn auch mehrere Auszeichnungen, von denen unbedingt zu erwähnen sind der Margó-Preis der Königlichen Ungarischen Naturwissenschaftlichen Gesellschaft (1942), das József Gelei-Gedenkplakett der Ungarischen Biologischen Gesellschaft (1988), der Goldene Grad des Frivaldszky-Gedenkplaketts der Ungarischen Entomologischen Gesellschaft und die von der SIEEC erteilte Ehrenmedaille "In scientia entomofaunistica excellenti". Er wirkte als Vorsitzender der Zoologischen Abteilung der Ungarischen Biologischen Gesellschaft wie auch solcher der Ungarischen Entomologischen Gesellschaft.