Kovács I. (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 78. (Budapest 1986)

Vincze-Szeberényi, H.: Neuere Messergebnisse von einigen komplex aufgebauten Plagioklas-Zwillingskristallen

stehen und in dem triklinen System ein rechtwinkliges kristallographiscb.es Bezugssystem bilden. Methodisches Die einzelnen Zwillingsstöcke der kompliziert aufgebauten Zwillingsruppen wurden als selbst­ständige Einheit aufgefasst, um die Symmetrieverhältnisse dieser zu untersuchen. In einem Stock wurden die morphologischen Richtungen, die Zwillingsgesetze und die Spaltriße ermittelt. Der Anorthit-Gehalt wurde für jedes einzelne Individuum bestimmt, und aus den Messwerten wurde ein Durchschnittswert berechnet. Nach der Bestimmung der gegenseitigen Lagen der optischen Indikat­rixen zu dem kristallographischen Bezugssystem innerhalb eines Zwillingsstockes wurde eine solche kristallographische Richtung gesucht, die beiden Systemen gemeinsam ist. Während der Bestimmung einer solchen Richtung stellte man alle Messdaten in einem Stereogramm dar und konstruierte bei den einzelnen Zwillingsindividuen die entsprechenden Zwillingsachsen, um die Richtung aufzufinden, die in den beiden verschiedenen morphologischen Bezugssystemen dieselbe Bedeutung haben. Das Verfahren ist das folgende: alle gemessenen Daten werden in das kristallographische Bezugs­system XYZ transformiert, das System ist die sogenannte kristallographische „Normal-Lage" bei den Plagioklasen, nämlich die X-Achse ist die Achse des Roc Tourné-Gesetzes, Y ist die Zwillingsachse des Albit-Gesetzes und Z die Achse des Karlsbader Gesetzes. Diese morphologischen Richtungen sind nur innerhalb je einer Säule (Zwillingsstock) endgültig, da die Achse zum Beispiel des Bavenoer Gesetzes den Pol (010) in die Richtung der Fläche (001) des anderen, benachbarten Zwillingstockes dreht. So sind die beiden kristallographischen Richtungen in den beiden Zwillingskomplexen nicht gleichwertig, sie haben eine verschiedene morphologische Bedeutung in den zwei Systemen. Das sind die Durchkreuzungszwillinge Banater-Typ nach dem Bavenoer Gesetz. Die rechte und linke Form der Visegráder und Börzsönyer Gesetze drehen die Flächen (110) bzw. (130) in die Richtung parallel zu (010) bzw. der X-Achse. Bei diesen komplizierten Zwillingsverwachsungen ergaben sich immer mehrere gemeinsame kristallographische Richtungen : bei der t Banater Verwachsung sind die Zonen­achse [TOO] und die Zwillingsachse (021) oder (021), bei den Visegrader und Börzsönyer Zwillingen die Zonenachse [001] und die Zwillingsachsen (110) und (130) bzw. (130) und (1Î0) gemeinsam. Aufgrund dieser Beobachtungen konnte man vermuten, daß bei den anderen komplizierten Verwachs­ungen auch einige regelmäßige Verhältnisse existieren. Während der Messungen konnte festgestellt werden, daß diese Kristallgruppen keine zufällig aneinanderwachsenen Bildungen sind, sondern ihre Verwachsungen auf Gesetzmässigkeiten beruhen, die gemeinsame Richtungen rationaler kristallo­graphischer Indices haben oder senkrecht dazu stehen. Beispiele Dünnschliff Nr. D. 51. Zwillingskristall III. (Tafel I: Bild 1—2) Mit parallellen Nikols kann man bei diesem Kristall die einheitliche Einschlussreihe sehen. Die ganze Gruppe weist einen gewissen Zonarbau auf, der in der Richtung [n^] besonders ausgeprägt ist. Der An-Gehalt reicht von 78 bis 80%. Die zwei messbaren morphologischen Richtungen, die Spaltungs- und Verwachsungsebenen sind, stehen senkrecht zueinander. Die eine Zwillingse­bene ist die (010) die andere die (001) Fläche. Die gemeinsame Richtung ist die (010) Flächen­normale und die Zonenachse [100]. Die [100] Richtung ist die Zwillingsachse des Ala­Gesetzes, die aus je zwei Zwillingsindividuen konstruierbar ist. Werden alle Messdaten in einem Stereogramm aufgezeichnet, kann man die Symmetrieverhältnisse der ganzen Gruppe gut beobachten (Abb. 1). Aus den gleichwertigen optischen Symmetrieachsen konstruierte Zwillingsachsen sind die folgenden: das Albit-Gesetz ist zwischen den Ind. 1—2, 3—4, 5—6, 7—8, 9—10 feststellbar. Das Manebacher Gesetz existiert bei den Individuen 5—8 und 6—7. Außerhalb dieser Gesetze kann man noch viele Kombinationen konstruieren, die nach der mehrfachen Spiegelung verständig sind. Hier werden nicht alle Möglichkeiten einbezogen werden. In dem Sammelindividuum I ist die herrschende Richtung die (010), in dem Teil II tritt die Richtung (001) auf. Die Verwachsungsfläche des Ala-Gesetzes ist hier die (001) Fläche, die auch in der Zone [100] liegt. Bei dieser Kristallgruppe kann man

Next

/
Oldalképek
Tartalom