Kovács I. (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 78. (Budapest 1986)

Vincze-Szeberényi, H.: Neuere Messergebnisse von einigen komplex aufgebauten Plagioklas-Zwillingskristallen

ANNALES HISTORICO-NATU RALES MUSEI NATIONALIS HUNGARICI Tomus 78. Budapest, 1986 p. 23-30. Neuere Messergebnisse von einigen komplex aufgebauten Plagioklas-Zwillingskristallen von H. ViNCZE-SzEBERÉNYi, Budapest Abstract — (New data of measurements on plagioclase combination twins.) Several combinations of twin groups were found by universal-stage measurements of plagioclase phenocrysts of the Hungarian andésites. Every crystal group of a complicated constitution proved to be a regular intergrowth. Not only their optical vectors but their crystal-morphological orientations are symmetrically arranged, corresponding to the plagioclase pseudomonoclinic or pseudocubic symmetry. With 2 photoplates and 2 figures. Die Zwillingskristallc wurden in Dünnschliffen am Universaldrehtisch gemessen. Die untersuchten Andesit-Proben stammen aus dem Dömörkapu-Tal des Visegrád-Gebirges. Das Gestein enthält verhältnismässig viele besondere, kompliziert aufgebaute Plagioklas­Zwillingskristalle. Die chemische und mineralogische Zusammensetzung des Gesteins wurde in der Arbeit von H. VINCZE-SZEBERÉNYI (1981) beschrieben. Die porphyrischen Plagioklase haben eine Größe von 150 //—1700 fx. Es treten häufig komplizierte, mehrfach zusammengesetzte Zwillingsgruppen auf, deren Verhältnis zu den gewöhnlichen, allgemein verbreiteten Zwillingsgesetzen sehr hoch ist, in manchen Dünn­schliffen erreichen sie 10—18%. Anhand der Migrationskurven für Hochtemperatur­Plagioklase sind bei den geprüften Zwillingsgruppen An-Gehalte von 78—85% bestimmt worden. Die Plagioklase weisen einen schwachen Zonarbau auf. Die Kristalle haben eine schöne, idiomorphe Gestalt, sie sind in der Richtung der kristallographischen a-Achse gestreckt, ihre Grenzflächen sind die (010), (110), (110), (001) und die Kombinationen dieser Flächen. Bei den Plagioklasen dominiert die Fläche (010) als Spaltfläche, Verwachsungs­und Zwillingsebene. Die (001) Fläche kommt auch als Verwachsungs- und Zwülingsebenc vor. Die Spaltriße nach (110) bzw. (110) sind manchmal auch gut zu erkennen, in einem Fall konnte man die Absonderung nach der (201) auch wahrnehmen. Die Zwillingsgruppen sind Durchkreuzungs- oder Penetrations-Zwillinge, manchmal sternförmig oder in anderen bizarren Formen angeordnet, sie weisen einspringende Winkel auf. Die einzelnen Zwillings­gruppen bestehen aus polysynthetisch verzwillingten Lamellen, bei denen an der Grenz­fläche keine einspringenden Winkel sind. Die Kristalle sind mit Grundmasseneinschlüssen dicht gesprenkelt. Diese Einschlüße haben sich sogar in den kompliziertesten Zwillings­komplexen konzentrisch rings um den zentralen Kristallkeim entwickelt, ebenso wie die Wachstumslinien und der Zonarbau; etwa die Vorstellung erweckend, daß diese Kristalle sich als Einzelkristalle von der Schmelze ausgeschieden hätten und die polysynthetische Zwillingslamellierung erst später entstanden wäre. Das ist jedoch ein kompliziertes Problem, auf dessen Besprechung in dieser Arbeit nicht eingegangen werden kann. Innerhalb je eines Zwillingsstockes kann man sehr viele Zwillingsindividuen messen, die optischen Indikatrixen konnte man nicht bei allen berücksichtigen. Nur solche Richtun­gen wurden hier bestimmt, die für die Feststellung der gegenseitigen Lage der optischen Indikatrixe und der kristallographischen Richtungen unentbehrlich waren. Diese drei Zwillingsgesetze sind die Roc Tourné — Albit — Karlsbad-Gesetze, die zueinander senkrecht

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