Szekessy Vilmos (szerk.): A Magyar Természettudományi Múzeum évkönyve 60. (Budapest 1968)

Agócsy, P.: Beiträge zur Problematik der Familie Lymnaeidae (Mollusca, Basommatophora)

Beiträge zur Problematik der Familie Lymnaeidae (Mollusca, Basommatophora) Von P. AGÓCSY, Budapest Die Zoologie weist kaum einige Gruppen auf, die so grosse und verwickelte Probleme in sich hätte, wie die der weitverbreiteten Lymnaeidae. Die Ursache der vielen Ungewissheiten ist vor allem in der Tatsache zu suchen, dass sich diese Gruppe in der Frühperiode der Entwicklung befindet. Eben wegen dieses dynamischen Entwicklungsstadiums reagiert die Schale und auch der Körper der Lymnaeiden plastischer auf die ökologischen Verhältnisse der Umwelt, als die von manchen an­deren Gruppen. Obwohl die Frage — mangels genügender Untersuchungen und Angaben — zur Zeit endgültig nicht geklärt werden kann, wird es doch nötig, die bisherigen Kenntnisse festzulegen und für weitere taxonomische Arbeiten einen soliden Grund zu schaffen. Die Familie Lymnaeidae umfasst vier in Europa weitverbreitete Gattungen: Lym­naea LAMARCK, 1799, Galba SCHRANK, 1803, Radix MONTFORT, 1810 und Stagnicola LEACH, 1830. Die bei der Abgrenzung der einzelnen Gattungen auftretenden Schwierig­keiten haben einige Forscher (WAGNER, 1930, HTJBENDICK, 1951) veranlasst, sie als­Untergattungen zu betrachten, der Gattung Lymnaea LAMARCK, 1799 untergeordnet. Der Auffassung von ZILCH (1962) folgend betrachte ich Lymnaea, Galba und Radix als gleichwertige Genera. Da die Arten der bisherigen Gattung Stagnicola kein wesentliches Merkmal gegen die Charakteristik der Gattung Galba, — das zu einem Gattungsunter­schied genügend wäre, — aufweisen, wird Stagnicola LEACH, 1830 als eine Untergattung von Galba SCHRANK, 1803 betrachtet. Die Arten der einzelnen Genera sind voneinander sehr schwer zu trennen. In meinen Untersuchungen wurden die wichtigsten Literaturangaben berücksichtigt, von den Ori­ginalbeschreibungen bis zu den modernen Publikationen. Überall herrscht ein wahres Chaos, das den Überblick äusserst erschwert. W. ROSZKOWSKI (1914) stellte fest, dass Radix auricularia (LINNÉ) und R. ovata (DRAP.) in je einer gemischten Population von Ruda Maleniecka (Polen, Distr. Radom) und aus dem Genfer See ( = Lac Léman, Schweiz) leicht zu unterscheiden sind. Aber erst nach Prüfung der Weichkörper der Tiere erlangt die Systematik brauchbare Anhalts­punkte für eine eindeutige Unterscheidung, da auch im erwähnten Fall die Jungschalen unbestimmbar bleiben. ROSZKOWSKI findet auch im Bau der Genitalien einen ständigen, aber unwesentlichen Unterschied zwischen den zwei untersuchten Populationen. In einer späteren Arbeit spricht ROSZKOWSKI (1915) von der Formenmannigfaltigkeit der Schalen der Radix auricularia und ovata, die durch die Einflüsse der Umwelt verur­sacht wird. J. (H.) WAGNER berichtete in mehreren Publikationen (1927, 1928, 1929, 1930) über seine Lymnaea-Studien. Die Ergebnisse seiner Untersuchung bezüglich des Geni­talsystems dieser Schnecken siehe auf der ersten Tafel. Erhielt Radix ovata und peregra. für gute Arten, obwohl ihm die Ähnlichkeit der Genitalien nicht unbekannt blieb.

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